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Foto von Leonore Enzmann

Der einsame Tod

Leonore Enzmann, 30. Juli 2009
Der einsame Tod

Sie sitzt nur da und wartet auf den Tod,
die Tage geh´n und kommen immer wieder.
Sie blickt ins Morgen- und ins Abendrot,
der Plattenschrank spielt stets die gleichen Lieder.

Sie schaut das Bild, die alten Hände beben,
die Schrift der Zeitung ist ihr viel zu klein.
Ein Korb mit Pillen steht am Tisch daneben,
seit vierzig Jahren ist sie nun allein.

Ihr Mann starb früh, der Krebs hat ihn genommen,
sie blieb allein und war auch meist gesund.
Doch Kinder hat sie leider nie bekommen,
nur einer blieb ihr noch, ihr kleiner Hund.

Er blickt sie an mit seinen schwarzen Augen,
als wollt´ er sagen, geh mit mir hinaus,
doch dazu ihre Beine nicht mehr taugen,
sie schleppt zur Tür sich hin und lässt ihn raus.

Wie lange noch, so denkt sie sich im Stillen
und sie genießt es, dies idyllisch Bild.
In Gottes Hand liegt es, nach seinem Willen,
soll´s nun gescheh´n. Sie stirbt und lächelt mild.

© Leonore Enzmann 2009

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