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Kältetod

Sarry, 30. Januar 2011
Tränen, blinder Schmerz.
Sie kommen und gehen.
Plötzlich sind sie da, unvermittelt.
Ein Gedanke, eine Erinnerung
und nichts ist mehr da,
außer Tränen und blinder Schmerz.
Ich schreie, tief in mir drin,
ein Schrei ohne Echo, ungehört,
ich tobe, wüte, reiße die Welt in Stücke, springe ins Chaos, versinke, haltlos, ohne Ende
irgendwo tief in mir drin.

Kälte, die Welt ist grau.
Kälte, überall in mir,
die Seele erstarrt, das Herz vereist, das Blut in Klumpen, eiskalt.
Als wenn jeder Funke Wärme meinen Körper verlassen hat.
Als wenn nur Kälte, Lähmung, Leere übrig geblieben sind.

Irrsin, Wahnwitz, wie weit ist es noch?
Sicher, ich lebe, überlebe, es geht weiter,
nur nicht zurückschauen auf die gebrandschatze Erde voller verlorener Träume und zerstörter Hoffnungen,
die Gräber entlang des Weges ignorieren, weitergehen.
Liebe, Leben, Freude, verloren, irgendwo unterwegs, jedes Wegstück gespickt mit Splittern meiner Seele,
für jeden Freund- gegangen
für jedes Lächeln- erloschen
für jede Melodie- verklungen
jedes so geliebte Gesicht- verschwommen.

Bilder, Stimmen, Schreie, wage Erinnerungen, Dämonen meiner Seele,
sie begleiten mich, weiter und weiter, immer mehr mit jedem Schritt.
Ich kann nicht innehalten, nicht eine Sekunde,
die Tränen werden im Laufen vergossen,
die Schreie verhallen hinter dem nächsten Hügel,
kein Blick, kein Abschied für die auf dem Weg gebliebenen,
verloren, vergangen, irgendwo, irgendwann.
Zeit- ohne Bedeutung,
Ort- endlos und gleich,
nur weiter und weiter, rasend, schnell, fliehend, vor den Dämonen, die mir folgen, überall lauern,
gnadenlos, unbarmherzig, hungrig und wütend.
Hungrig.
Irrsinn und Wahnwitz, Dämonen meiner Seele.

Mir ist kalt, ich brenne, verbrenne vor Kälte.

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