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Am Heiligen Abend

unbekannt, 01. Januar 1970
Der Tag verschließt

die reiche Farbenquelle

und Dämmerung macht dem Heiligen Abend Raum.

Ein milder Streif

aus rosenroter Helle

faßt fern die Berge ein

in purpur Saum.

Die Nacht,

sie breitet ihren weichen Schleier

rings um die Erd,

wie um ein schlafend Kind.

Und wie ein Priester geht

zu hoher Temepelfeier

so schreitet still der Mond

durch nacht und Wind.

Auf Erden auch

da glühen tausend Herzen

und bunte Lichter brennen überall.

Und Liebe strömet aus den offenen Herzen,

vergessen ist des Lebens Kampf und Qual.

Vergessen sind die Tränen grauer Stunden,

vergessen Krankheit, Sorge bittere Not.

Das Kind des Himmels

hat den Weg zu uns gefunden

und mit ihm kam

das neue Morgenrot.

Geh nie von uns

und mach uns stark für alles.

Für alles,

ob in Krankheit, Leid und Schmerz.

Mög uns das Kind des Himmels

Frieden schenken

und trösten

manch gequältes Menschenherz.



doge
 
 
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