Geschichte![]()
Das Jahr nach der Scheidung meiner nun Ex-Frau Caroline verlief äußerst schwierig. Während ich hart gearbeitet hatte, für den Luxus, an den sie sich in all den Jahren gewöhnt hatte, wälzte sie sich im Schweiß ihrer Lust und Begierde und die des Poolboys auf der Suche nach sexueller Befriedigung. Dennoch liebte ich Caroline. Während und nach unserer Scheidung, die regelrecht ein Krieg gewesen war, verlief mein Leben eintönig, ja gerade zu bemitleidenswert, bis eines Abends. Ich saß, wie jeden Abend an einem Tisch am Fenster, der einen herrlichen Blick auf's offene Meer bot und dachte an die schönen Zeiten mit Caroline zurück. Sie hatte es geschafft mich vom Rauchen ab zu gewöhnen, doch nach unserer Trennung hatte ich wieder damit angefangen. Die Erinnerungen an den positiven Verlauf unserer Ehe trieb mich in dieses Restaurant und ließ mich nicht los. Immer wieder quälte es mich bis tief in die Nacht. Je öfter ich herkam, desto mehr stimmte mich die Atmosphäre traurig. Hier konnte ich meinen Hass auf Caroline, den Poolboy und den lähmenden Schmerz in meinem Inneren, der mir oft die Luft zum Atmen nahm vorläufig vergessen. Eine junge, atraktive Frau erschien plötzlich vor mir. „Darf ich?“, fragte sie und nickte kurz zu dem leeren Stuhl, der mir gegenüber bekümmert alleine reglos da stand und nur darauf wartete, dass sich jemand auf ihn setzte. Er wirkte fast fehl am Platze. „Setzen Sie sich bitte, wenn Sie möchten.“ Die junge Frau rückte den Stuhl zurück und setzte sich, dabei überschulg sie seitlich des Tisches elegant ihre langen Beine, dass es mir die Sprache verschlug. „Mein Name ist Amanda“, stellte sie sich schließlich vor und schenkte mir ein bezauberndes Lächeln. Als der Kellner vorbeieilte, bestellte sie ein Glas Brandy auf Eis. Ihre hinreißenden Augen schienen zu brennen und zogen mich magisch an, dabei reflektierten sie nur die gelb-rote Flamme der Kerze auf der beigen Tischdecke. Der Kellner kehrte zurück mit einem Glas in der einen Hand und eine Papierserviette in der anderen und stellte es auf dem Tisch vor sie. Sie nippte daran und öffnete ihren Mund um anscheinend etwas los zu werden. Ich konnte meinen Blick nicht von ihren Lippen wenden, denn nach diesem Höllenjahr des Scheidungskrieges konnte ich mir kaum vorstellen, dass ein Mensch gütig zu einem anderen sprechen konnte. „Wie geht es Ihnen?“, fragte sie plötzlich und machte mich somit sprachlos. Kommentare![]()
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