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Geschichte
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Das Mädchen, das das Lachen verlernt hatte...
, 25. Januar 2004
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Es war einmal ein Mädchen, das ging auf meine Schule.
Ich kannte sie schon lange, sie war schon immer im selben Jahrgang wie ich. Obwohl ich noch nie ein Wort mit ihr geredet hatte, hatte ich schon immer das Gefühl, als würde ich sie kennen.
Früher war sie mal ein liebes, nettes, kleines Mädchen gewesen. Sie hatte ihre langen, dicken Haare jeden Tag zu einem Bauernzopf geflochten, war gut in der Schule und immer höflich.
Die ganzen Jahre in denen ich sie beobachtet hatte, war mir ihre Veränderung nie aufgefallen, erst als ich nach fast 10 langen Jahren sah, wie sie mit ihrer „neuen Clique“ und einer Zigarette in der Hand im Rauchereck unserer Schule stand, fiel mir auf, wie sehr sie sich verändert hatte.
Sicher hatte sie schon immer viele Freunde gehabt, doch jetzt waren es plötzlich andere als damals. Auch wenn sie zu ihren „alten“ Freunden noch Kontakt hatte, sah es jetzt so aus, als wären ihr andere Leute wichtiger.
Ob das wirklich so war, habe ich nie erfahren.
Als wir noch klein waren, und auch noch bis vor ein paar Monaten, war sie gegen das Rauchen gewesen. Sie hatte es gehasst und geschworen es selbst niemals zu tun. Doch heute tat sie es, weil sie schwach war. Weil sie etwas brauchte, das sie beruhigte, etwas das ihr half die schlechten Dinge zu vergessen.
Ich weiß, dass ihr, in ihrem Inneren, immer klar war, dass das Rauchen sie niemals das was war vergessen lassen würde. Ihr war genauso klar, dass es ihr nicht helfen würde. Trotzdem hatte sie aus Schwäche angefangen und konnte jetzt aus Schwäche nicht aufhören.
Überhaupt hatte sie über die Jahre hinweg die Stärke und den Kampfgeist, den ich einst so an ihr bewundert hatte, verloren. Auch ihre gerade Haltung war verschwunden. Meistens lief sie gekrümmt, so als hätte sie Angst, dass ihr wieder jemand wehtun könnte.
Sie hatte auch ihr echtes Lachen verloren. Früher hatte sie ein herzliches Lachen. Eines von der ansteckenden Sorte. Es kam von Herzen, und das merkte man. Heute lachte sie auch noch, aber ich sah, dass es gekünstelt war.
Am traurigsten machten mich ihre Augen, die stumpf in die Gegen blickten. Früher hatten sie gestrahlt und geleuchtet. Wenn sie fröhlich war, dann glänzten ihre Augen vor Freude und die Sonne spiegelte sich darin wieder: Es war ein Bild, an dem ich mich immer hatte freuen können. Aber jetzt sah es so aus als würde ihr Mund lachen aber ihre Augen weinen. Und ich war mir sicher: hinter der lachenden Fassade weinte sie. Sie weinte wie ein kleines Kind das von seiner Mutter verlassen worden war und nun allein war ohne zu wissen wohin es gehen sollte.
Ich wusste niemals woher ich das alles wusste, aber ich wusste auch, dass sie wenn sie nach hause kam in ihr Zimmer ging und dort bitterlich weinte. Gesehen hatte das noch keiner. Alle sahen immer nur das scheinbar so starke Mädchen, das sich nichts gefallen lassen wollte und oft unlaunisch war.
Das schwache, verletzte, zitternde Mädchen hatte nie jemand wirklich gesehen oder gar ernst genommen…
Ich dachte immer viel über dieses Mädchen nach. Meistens, wenn ich abends im Bett lag. Oft sah ich ihr lachendes Gesicht mit den, jetzt, stumpfen, glanzlosen Augen vor mir, bevor ich einschlief.
Als ich eines Morgens aufwachte und bei dem ersten verschlafenen Blick in den Spiegel, das bereits am morgen künstlich aufgesetzte Lächeln und die stumpfen Augen erblickte, merkte ich, dass ich das Mädchen war, das einst so herzhaft gelacht hatte…
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