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Geschichte

 
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Winter

Delonderiel, 20. Juli 2006
Alles grau in grau. Trist und trostlos liegt die eine hälfte der Welt in dunstigen Nebelschwaden. Die Sonne wendet sich langsam, aber unaufhaltsam von unserer Seite ab.
Nun hält die Kälte ihren Einzug in unsere Gefilde. Die Tage werden immer kürzer, die Menschen bekommen immer schlechtere Laune. Sie werden gereizt! Kann man sagen, dass die Sonne unseren Gemütszustand beeinflusst? Ja das ist eindeutig so. Dass ist ja auch selbstverständlich, steht die Sonne nicht für Freude, sich wohlfühlen und für die schönste Zeit des Jahres?

Wenn der Winter kommt und die Leute sich in ihre dicken Wintersachen einwickeln, dann denkt man doch, wo sind all die knappen Sachen hin? Die Mädchen, die noch vor kurzem mit kurzen Tops und Miniröcken lockten? Alle verstecken sich hinter dicken Sachen. Die Menschen verstecken sich vor der Kälte. Dann kommt der Tag, der Himmel grau, dicke Wolken, der erste Schnee ist da. Jetzt blühen die Menschen wieder auf, kommen aus ihren verstecken und erfreuen sich an der weißen Pracht.

Man geht nichtsahnend aus der Tür und plötzlich hat man etwas weißes im Gesicht, der erste Schneeball der einen besuchen kommt. Man denkt einfach nur noch: „Na warte, dass bekommst du wieder.“ Und schon geht die erste Schneeballschlacht los. Natürlich gilt jenes meistens nur für die jüngeren Generationen. Oder habt ihr schon mal einen alten Mann durch den Schnee rennen sehen und sich mit irgend jemanden eine Schneeballschlacht liefern sehen? Klar so was gibt’s auch, aber dass ist ja keine Herausforderung, der alte Mann kann ja nicht so schnell weglaufen. Kinder holen ihren Schlitten raus und lassen sich von ihren Eltern ziehen.

Der Weihnachtsmarkt hat schon Anfang Dezember angefangen, dass ist jetzt so in Mode. Man schnappt sich seine Freunde und los geht’s zum ersten Glühweinstand, nachdem man sich von innen gewärmt hat und zwar mit 4 Glühwein, es ist dieses Jahr aber auch kalt, versucht man aufrecht und mit soviel Würde wie nach 4 Glühwein noch vorhanden ist, zum Breakdance zu gehen. Keine gute Idee. Schon kurz nach Fahrtbeginn hat man so ein komisches Gefühl in der Magengegend, aber man beachtet es natürlich nicht. Sollte man aber lieber. Bei der nächsten 360° Drehung hat man dann den Salat, man gibt die 4 Glühwein mit einem Mal von sich und zwar mitten in die Zuschauer, die am Rand stehen. Klar für die Freunde ein Riesen Spaß, aber sobald man aussteigt hat man schon eine wütende Menge vor sich. Man entschuldigt sich und sucht schnell dass weite. Am nächsten Glühweinstand ist die Flucht aber auch schon zuende, man muss ja die 4 Glühwein wieder auffüllen. Während man dann so mit seinen Freunden über den Markt taumelt, man darf nicht vergessen, der Alkohol von 8 Glühwein schwirrt im Blut rum, flirtet man wild drauflos. Das nächste Mädchen ist meins, bis man in seinem Rausch merkt, hm dass ist kein Mädchen sondern, ein großer, durchtrainierter, langhaariger Bodybuilder, der einen schon mit wütendem Gesicht anschaut. Schnell weg, mal wieder.
Man begibt sich auf den weg Nachhause. Kaum aus dem Bus ausgestiegen rempelt man jemanden an, was für ein Tag. Man pöbelt einfach drauflos: “Man hau ab, ich bin betrunken und will Nachhause.“ Man geht weiter und schon wieder. Man versucht es noch mal: “Man ich will ins Bett hatte einen schlechten Tag.“ Man wundert sich warum niemand was sagt und schaut auf. Und was steht da? Eine Laterne. Man hat sich doch wirklich mit einer Laterne angelegt. Frei nach dem Motto: Der klügere gibt nach, lässt du die Laterne vorbeigehen. Irgendwo in deinem Kopf taucht ein Gedanke auf, seid wann können Laternen gehen? Na ja egal, du gehst auf deine Haustür zu versuchst 5 Minuten den Schlüssel ins Schloss zu bekommen, schaffst es und fällst ins Bett.



Langsam wird es Zeit, es ist Mitte Dezember. Die Einkaufszentren erleben eine regelrechte
Invasion von kaufwilligen Kunden. Natürlich wurden die Preise vorher schon um 50% erhöht, wie immer und dann werben manche doch tatsächlich noch: “Alles ohne Mehrwertsteuer.“ Natürlich sie machen ja soviel Gewinn, da kann man die sich schon mal sparen. Aber wer nicht schnell genug alles besorgen kann und erst auf den letzten Augenblick noch alles erledigen möchte; Vorsicht, wer zu spät alle Geschenke kaufen will, man bedenke wir haben inzwischen den 24. und die Geschäfte haben schon lange zu, der sollte besser hoffen, dass die Tankstelle um die Ecke geöffnet hat und noch etwas schönes zum verschenken hat. Es gibt doch nichts peinlicheres als vor seiner Freundin/Frau zu stehen und etwas, dass man vorher noch schnell bei besagter Tankstelle erworben hat, in Zeitungspapier eingewickelt zu haben und dann auch noch zu sagen: “Frohe Weihnachten mein Schatz.“ Sie hat natürlich schon längst den Braten gerochen. Sie wickelt es aus und hält einen süßen kleinen Plüschtiger in Händen, der dass riesige Firmenemblem von Esso mitten auf der Seite hat. Jetzt kann der Weihnachtsstreit endlich losgehen, wer kennt ihn nicht, den Streit vor dem Weihnachtsbaum. Man muss sich nun dafür Verantworten, warum man nur einen Esso-Plüschtiger für seine Auserwählte hat und für seinen besten Freund und sich selbst einen teuren Wochenendtrip nach Las Vegas, dass tut weh. Während man nach einer Erklärung sucht und sie einen versucht mit Blicken zu töten, kommt eine Erleuchtung und er sagt: „Sieh mal Schatz die haben da doch so einen Slogan und zwar Esso weckt den Tiger in dir.“ Während man gemerkt hat wie sie dass jetzt wohl aufgenommen hat, ahnt man schon schlimmes. Jetzt kommt sie: “Also, du sagst, dass bei mir der Tiger geweckt werden muss?“ Jetzt ist alles zu spät, man stammelt noch und sagt, dass es so nicht gemeint war, aber sie hat schon längst ihre eigene Interpretation und zwar diese: “Ich habe schon verstanden du denkst ich bin nicht aufregend genug für dich!“ Tja, dass war dann wohl die Beziehung. Jetzt sitzt man einsam vor dem Baum und überlegt was da gerade eben passiert ist, während im Hintergrund der Song „We wish you a merry Christmas“ aus dem Radio ertönt.

Aber jetzt ist die kalte Jahreszeit vorbei und die Sachen werden wieder kürzer, ich glaube diejenigen die sich mit dem Eklat unseres Esso-fans identifizieren können freuen sich jetzt wieder, denn die Baggersaison hat wieder angefangen, bleibt nur noch eines zu sagen: “Männer dieser Welt, kauft mindestens eine Woche vor Weihnachten die Geschenke und nicht erst im letzten Moment, dann klappt es auch mit der Liebe.“

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