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Geschichte

 
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Foto von Leonore Enzmann

Jerry

Leonore Enzmann, 21. Juli 2006
Mit einer Körpergröße von einssechsundsiebzig und einem Gewicht von fünfundachtzig Kilo hat man es als Frau nicht leicht, einen passenden Mann zu finden. Schon in der Schule überragte ich meine Klassenkameraden, was diesen automatisch Respekt einflößte. Wenn die anderen Mädchen gehänselt wurden, weil ihnen in gewissem Alter kleine Hügelchen wuchsen, so war ich mit elf bereits voll entwickelt. Doch keiner traute sich, das in meiner Gegenwart zu erwähnen.
Im sechsten Schuljahr dann spielte die ganze Klasse in jeder Pause: „Ich sitze hier und schneide Speck, und wer mich lieb hat, holt mich weg.“ Und dann wurde geknutscht, was das Zeug hielt. Aber nicht mit mir.
Mich zu hänseln traute sich keiner, mich zu knutschen kam keinem in den Sinn. Dabei war ich nicht hässlich. Aber ich war für alle, die mich leiden konnten, ein überaus brauchbarer Kumpel. Und wer mit mir durch die Straßen zog, der brauchte keine Angst zu haben, von irgendwelchen Individuen überfallen zu werden.
Ich lernte den Beruf eines Metzgers, mit allem drum und dran. Mein Meister nahm keine Rücksicht auf eine zarte Frauenseele. Ich hatte einen Männerberuf ergriffen und da musste ich eben durch. Sogar schlachten gehörte zu meiner Ausbildung. Ich tat es, obwohl mir die Tiere leid taten, wenn die Angst aus ihren Augen schrie. Aber ich verrichtete meine Arbeit mit zusammengebissenen Zähnen und duschte abends lange den Schmutz von meiner Seele.
Und dann zog ich die halbe Nacht mit meinen Kumpels um die Häuser. Wir tranken Bier und Klaren in unserer Stammkneipe und spielten Skat.
Ich war inzwischen dreiundzwanzig. Die Musik dröhnte aus dem Automaten, den Harry ständig mit Groschen fütterte. Plötzlich entstand eine Pause. Ich wunderte mich über die plötzliche Stille und drehte mich um.
Ein langer schlacksiger Junge hatte die Kneipe betreten, bei dessen Anblick die Gespräche verstummt waren. Dann schlug einer dem Knaben auf die Schulter und brüllte: „Hey Jerry, bist du wieder raus! Das ist großartig.“ Sie umringten ihn.
Ich rammte Harry meinen Ellenbogen in die Seite und fragte: „Wer ist dieser Jerry? Ich habe ihn noch nie gesehen.“
Harry schaute mich verdutzt an und flüsterte dann: „Jerry ist der härteste Bursche, den du dir vorstellen kannst. Wer es sich mit dem versaut, der atmet nicht mehr lange.“
Ich riss die Augen auf und starrte Jerry an. Dann flüsterte ich zurück: „Der sieht aus wie ein großer Junge, dem man das Alphabet durch die Rippen blasen kann. Den lasse ich doch an einer Hand verhungern.“
„Leg dich bloß nicht mit ihm an.“ Harry drehte entsetzt Jerry den Rücken zu, sodass dieser seinen Gesichtsausdruck nicht sehen konnte. Dafür sah er meinen. Und er kam auf mich zu. „Hallo, schöne Frau. Wir kennen uns noch nicht. Ich bin Jerry.“ Er reichte mir galant die Hand, seine wasserblauen Augen sahen mich blinzelnd an. Mit der semmelblonden Igelfrisur und seiner Stupsnase sah er wirklich aus wie ein Kind. Ich musste innerlich kichern. Aber ich riss mich zusammen. „Hallo, ich bin Debby.“ Ich gab ihm meinen festesten Händedruck, bei dem meine Kameraden stets in die Knie gingen. Jerry tat es nicht. Er erwiderte ihn und ich wurde leicht unsicher. Er lächelte. „Du gefällst mir. Trinkst du einen Korn mit mir?“
„Warum nicht.“ Ich schielte auf seinen schmalen Körper, in dem so viel Kraft steckte und blickte ihn dann mit gespielter Selbstsicherheit ins Gesicht. Er war einen halben Kopf größer als ich und zwinkerte mir zu. Wir tranken auf ex und dann erfuhr ich, dass er lange fort war und nun endlich mal wieder seine Eltern besuchen wollte. Wir kippten noch zwei bis drei Schnäpse miteinander, dann widmete sich Jerry wieder seinen Kumpels im Lokal. Er stand als unangefochtener Held im Mittelpunkt und ich hörte nicht auf, mich den ganzen Abend über ihn zu wundern.
„Wo war er die ganze Zeit?“ fragte ich leise Harry.
„Im Knast. Hast du nicht damals von den Zuhältermorden gehört? Es ist jetzt ungefähr zehn Jahre her. Seine Schwester ging auf den Strich. Ihr Zuhälter war einer von der ganz harten Sorte. Er ließ ihr keine freie Minute und wenn die Freier ohne Gummi wollten, so befahl er ihr, es ohne zu tun. Hauptsache sie zahlten gut. Und dann steckte sie sich mit HIV an. Als Jerry davon hörte, räumte er in der Szene auf. Da er nicht genau wusste, wer der Zuhälter seiner Schwester war, brachte er gleich drei oder vier um die Ecke. Dafür bekam er lebenslänglich. Ich habe keine Ahnung, wieso er schon wieder draußen ist.“
Betroffen schaute ich Harry an. „So war das also. Ich war damals dreizehn. Da habe ich mich für solche Geschichten nicht interessiert. Wie alt ist denn Jerry?“
„So ungefähr achtundzwanzig oder neunundzwanzig.“ Harry nahm einen großen Schluck aus seinem Bierglas und sah mich forschend an. „Wieso interessiert er dich? Debby, ich warne dich, lass bloß die Finger von ihm. Er ist einer von den ganz harten Jungen. Der macht nicht viel Worte, wenn ihm was nicht passt.“
„Und ich bin ein hartes Mädchen, das weißt du doch.“ Lachend prostete ich Harry zu.
Als die Kneipe geschlossen wurde, wankte ich leicht angeduselt hinaus.
„Du willst doch nicht etwa allein nach Hause gehen in dieser unsicheren Gegend?“
Ein Arm legte sich um meine Schulter und Jerry ging wie selbstverständlich neben mir her. „Du gefällst mir.“
„Das hast du heute schon mal gesagt. Was findest du bloß an mir. So schön bin ich nun auch wieder nicht.“ Ich schaute gerade aus und hörte mein Herz überlaut klopfen.
„Du bist eine starke Frau. Keine, die sich wie eine Zicke benimmt. Du bist etwas Besonderes, ich fahre voll auf dich ab.“
Er schaffte mich nicht bloß bis zur Haustür. Wir verbrachten die Nacht miteinander. Er war ein stürmischer, heißblütiger Liebhaber, aber er küsste mich nicht.
Von da ab sahen wir uns jeden Tag. Anfangs warnten mich meine Kumpels noch vor ihm, aber dann hatten sie schnell begriffen, dass ich für sie verloren war. Ich gehörte Jerry und war somit für jeden anderen unantastbar. Jerry zog zu mir.
Unsere Liebe war etwas Seltsames. Nicht wie man sie in romantischen Romanen liest. Keine roten Rosen, keine heißen Küsse oder Liebesschwüre. Jerry wollte eine starke Frau an seiner Seite, kein verträumtes, nach Zärtlichkeit heischendes Mädchen. Es gab kein Händchen halten vor anderen Leuten, keine Streicheleinheiten, keine vertrauten Blicke. Aber wir waren minutiös aufeinander abgestimmt. Jeden Schritt, den er tat, suggerierte er mir in einer Art Telepathie und ich reagierte wie eine Marionette. Er wusste genau, dass er sich in jeder Situation auf mich verlassen konnte. Ich war sein zweites Standbein. Im Spielsalon war er der absolute King. Ob Roulette, Black Jack oder Poker, gemeinsam räumten wir ab. Das heißt, er spielte und ich passte auf. Wir ergänzten uns vorzüglich.
Nur Nachts, wenn wir allein waren, fielen wir übereinander her, wie die Wölfe. Wir liebten uns hemmungslos, leidenschaftlich, bis zur Selbstaufgabe. Aber er küsste mich nie!
Ich war mir meiner Gefühle zu ihm nicht sicher. Innerlich bohrte eine Angst in mir, keinen falschen Schritt zu tun, um ihn nicht zu verlieren. Stets musste ich mein Gesicht wahren, keine Gefühle zeigen, keine Schwäche oder Unsicherheit. Es gab kein Wenn und Aber, Jerry war ein Meister der Verstellung. Keiner kam an ihn heran, keiner brachte ihn aus der Fassung. Alle zitterten vor ihm, doch keiner traute sich, offen gegen ihn anzutreten. Er beherrschte den ganzen Kiez.
Und dann kam Ben. Zum ersten Mal in meinem Leben sah ich, wie Jerry blass wurde. Ben war um die fünfzig – und er war Jerrys Onkel. Nach achtzehn Jahren war er vorzeitig aus der Haft entlassen worden. Früher war er der uneingeschränkte Herrscher im Kiez. Die Älteren von uns konnten sich noch gut an ihn erinnern und die Stimmung sank auf den Nullpunkt. Ich kannte ihn natürlich nur vom Hörensagen, aber was ich von ihm wusste reichte aus, um nachts Alpträume zu bekommen. Schutzgelderpressung, Hehlerei, Waffenschieberei, Drogenschmuggel, Prostitution, in allen Sparten hatte er das Sagen. Er war der King der Szene, bis er durch einen dummen Zufall bei einer Routinerazzia in einem Spielsalon geschnappt und wegen unzähliger Vergehen zu zwanzig Jahren Haft verurteilt wurde, von denen er nur achtzehn abzusitzen brauchte.
Mit kleiner kräftiger Ringerfigur stand er im Kneipeneingang und fixierte den Wirt. „Ich bin wieder da. – Und was das heißt, weißt du!“ Der Wirt schaute mit offenem Mund auf Ben und sagte keinen Ton. Das Bier, welches er gerade in ein Glas ließ, schäumte über und lief quer über die Theke. Aber er reagierte nicht.
Dann kam Ben auf uns zu. Er lief sehr gerade, seine muskulösen Arme leicht vom Körper abgespreizt, den kahlen Kopf mit dem kantigen Kinn etwas nach vorn geschoben, mit einem Blick wie ein Habicht, der sich jeden Moment auf seine Beute stürzt. Breitbeinig blieb er vor uns stehen und ließ seine Muskeln spielen. Im Knast hatte er für Bodybuilding genügend Zeit gehabt. Eine Aureole von Gewalt und Rücksichtslosigkeit umgab ihn. Ich spürte, dass Jerry zitterte. Es machte mich unsicher und schnürte mir die Kehle zu. Er war einen Kopf kleiner als Jerry und musste nach oben schauen. Aber er tat es mit einem Blick, als schaute er von einem Hügel auf uns herab.
„Wo sind deine anderen Schwalben?“ Er blickte geringschätzig an mir herunter. „Mit der wirst du keine großen Geschäfte machen.“
Es dauerte einige Sekunden bis ich begriff, worauf er anspielte. Dann stieg mir die Röte in die Wangen. Wieso sagte Jerry nichts? Eisige Stille war im Raum. Selbst der Wirt hatte den Zapfhahn nun zugedreht und hielt krampfhaft das übervolle Glas in der Hand. Alle Blicke waren auf uns gerichtet.
„Ich – habe keine Schwalben“ stotterte Jerry.
Bens Augen traten wie Zwiebeln aus den Höhlen. „Willst du damit sagen, dieses Ungetüm ist ...“ Er sprach nicht weiter, aber er grapschte mit der Hand nach meinem Busen. Noch ehe ich nachdenken konnte trat ich ihm mit aller Gewalt zwischen die Beine. Lautlos krümmte er sich, nur etwa zwei Sekunden. Dann starrte er mich an. Zu Jerry gewandt murmelte er: „Das werdet ihr bereuen“ und verließ die Kneipe. Jerry sank auf einen Hocker, der Wirt reichte ihm wortlos ein großes Glas Korn und er schüttete es auf einen Zug hinunter. Wütend blickte ich ihn an. Wie aus weiter Ferne sagte er: „Das hättest du nicht tun sollen.“
„Und was wolltest du tun? Wolltest du ihm meine Vorzüge erklären?“ Noch nie hatte ich Jerry so angeschrien. Alle hielten den Atem an, aber Jerry rührte sich nicht. Ich kannte ihn nicht wieder. Zornig warf ich einen Geldschein auf die Theke und verließ das Lokal.
In dieser Nacht wachte ich vom Geheule einer Sirene auf. Danach setzte ein Martinshorn ein und gleich hinterher noch zwei. Mehrere Feuerwehren und zwei Polizeiwagen rasten die Straße entlang. Ich griff neben mich, die Stelle war leer. Jerry war nicht zu Hause. Ich tappte zum Fenster und sah nach unten. In der Ferne gewahrte ich einen roten Feuerschein. Ich brauchte nicht lange zu überlegen, dort befand sich unsere Stammkneipe. Rasch zog ich mich an und rannte los. Eine Absperrung hinderte mich, näher an das in Flammen stehende Gebäude heran zu kommen. Mehrere Rettungswagen standen etwas abseits. Feuerwehrleute schafften Verwundete heraus, die von Notärzten erstversorgt und in die Krankentransporter geladen wurden. Ich versuchte näher heran zu kommen, wurde aber von einem Polizisten festgehalten.
„Bitte, ich muss wissen, ob mein Freund verletzt ist. Lassen sie mich durch.“
Er aber war unerbittlich. „Das geht jetzt nicht, Sie behindern nur die Rettungsaktion.“
Ratlos lief ich hin und her, konnte aber nichts erkennen. Dann wandte ich mich wieder an den Polizisten. „Wo werden die Verwundeten denn hingebracht?“
„Ins Städtische“ lautete die knappe Antwort.
Von hinten stupste mich jemand an der Schulter. Ich fuhr herum. Ein Oberleutnant tippte sich an die Mütze. „Können Sie mir ein paar Fragen beantworten?“
Ich nickte.
„Kennen Sie die Gaststätte?“
Ich nickte wieder.
„Waren Sie heute im Lokal? Haben Sie irgend etwas ungewöhnliches bemerkt? Vielleicht einen Streit zwischen den Gästen?“
Da erzählte ich ihm von dem Vorfall und Bens Drohung. Aber ob der Brand etwas damit zu tun hat, konnte ich natürlich nicht beschwören. Er machte sich Notizen, schrieb meine Personalien auf und erklärte mir, ich hätte mich für eine Gegenüberstellung am nächsten Tag bereit zu halten, dürfe also die Stadt nicht verlassen. Ich versprach es und machte mich dann schnellstens in Richtung Krankenhaus auf.
In der Notaufnahme war die Hölle los. Die leicht Verletzten harrten auf Stühlen, bis sie an die Reihe kamen, die schwerer Verletzten lagen bereits auf Tragen und warteten, dass Betten für sie frei würden. Jerry konnte ich nirgends entdecken. Ich fragte an der Rezeption nach ihm und erfuhr, dass an drei Leuten bereits eine Notoperation durchgeführt wurde. Ob Jerry dabei war, konnte sie mir nicht sagen, da die Personalien noch nicht festgestellt werden konnten. Ich musste mich also gedulden. So setzte ich mich auf eine Bank im Gang und wartete. Stunden vergingen, ich nickte ein und schreckte hoch, als mich eine Hand an der Schulter berührte. „Kommen Sie. Hier ist ein junger Mann ohne Papiere. Er wurde operiert und liegt noch in Narkose. Aber er ist stabil. Sagen Sie uns bitte, ob Sie ihn kennen. Vielleicht ist es ja der Mann, den Sie suchen.“
Ich lief hinter der Schwester her und dann stand ich vor Jerrys Bett. Er war eingewickelt wie eine Mumie, Schläuche ragten aus seinem Mund, eine EKG piepste und schlug grüne Wellen. Entsetzt schlug ich die Hand vor den Mund.
„Das ist Jerry, was ist mit ihm?“
„Er hat eine Schussverletzung und Verbrennungen zweiten und dritten Grades. Er hatte riesiges Glück, dass keine lebenswichtigen Organe verletzt wurden.“
„Kann ich bei ihm bleiben?“
„Sicher!“ Sie zog einen Stuhl ans Bett und ich setzte mich. Dann schrieb sie Jerrys Personalien auf und verabschiedete sich.
Ich wachte die ganze Nacht bei ihm. Am nächsten Morgen blinzelte er mich mit blutunterlaufenen Augen an und versuchte, etwas zu sagen. Ich drückte auf die Klingel. Die Schwester kam und schickte mich aus dem Raum. Kurz darauf kam ein Arzt. Ich setzte mich auf die Bank vor der Tür und wartete wieder. Nach etwa einer halben Stunde kamen die beiden wieder heraus. Der Doktor sprach mich an. „Sie können jetzt zu ihm. Wir haben ihn von der Magensonde und dem Beatmungsschlauch befreit. Er kann jetzt wieder sprechen.“
Ich setzte mich auf den Stuhl vor seinem Bett und betrachtete ihn. Mein großer, starker Jerry, vor dem alle Respekt hatten, lag wehrlos in seinem Bett und sah mich an wie ein scheues Reh. Ein seltsam bedrückendes Gefühlt keimte in mir auf, es bohrte sich von meinem Magen hinauf in meine Brust, pikte in der Herzgegend und suchte weiter steigend durch meinen Hals den Ausgang über meine Lippen. War es Mitleid? War es plötzlich aufkommende Zärtlichkeit? Zugleich spürte ich, dass ich keine Angst vor ihm haben musste. Jetzt konnte ich das tun, wonach ich mich die ganze Zeit so sehr sehnte. Mich schwindelte. Ich fasste seine Hände und beugte mich über ihn. Er sah mich unsicher an, da drückte ich zärtlich meinen Mund auf seine geschwollenen Lippen. Ich spürte, dass ihm die sanfte Berührung weh tat, aber er hielt still.
Als ich mich nach unserem ersten Kuss von ihm löste, schaute er mich selig an. „Ich hab mich das nie getraut“ sagte er. Dann wurden seine Augen wieder traurig. „Ich habe Angst um dich. Auch an dir wird sich Ben rächen.“
Ich dachte an die Gegenüberstellung auf der Polizeiwache und dass ich Ben nicht ungeschoren davon kommen lassen würde. Diesmal käme er nicht mehr heraus. „Er wird keine Gelegenheit mehr dazu bekommen, da-für sorge ich.“
Jerry schaute mich lange an. Dann sagte er: „Du bist immer so stark und unnahbar, so eiskalt. Kannst du nicht einmal schwach werden, wie eine ganz normale Frau. Ich möchte dich in meinen Armen halten und beschützen. Wieso bist du immer die Stärkere von uns beiden? Ich sollte dein Schutzengel sein, nicht du meiner.“
Wie vom Donner gerührt stellte ich fest, dass er unter dieser verkehrten Konstellation genauso litt wie ich. Ich legte meinen Kopf an seine Brust und spürte seinen Herzschlag. Er legte seine Arme um mich und streichelte mein Haar. Und er genierte sich nicht, trotzdem seine Eltern das Zimmer betreten hatten und noch einige unserer Freunde.

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