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Geschichte

 
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Das Leben einer Spielerfrau

Gast-Gast, 24. September 2006
Ich träume jede Nacht von dir. Manchmal kommst du sehr spät nach Hause oder sogar mehrere Woche nicht. Aber dann rufst du mich an. Ich fiebere mit, bei jedem Fußballspiel – passe auf, dass du dich nicht verletzt. Ich wünsche dir viele Tore und viel Erfolg. Wenn du dann nach Hause kommst kann ich es kaum erwarten dich wieder zu sehen. Ich warte schon sehnsüchtig an der Tür, wenn ich dein Auto vorfahren sehe. Das erste was du sagst, wenn du zur Tür hineinkommst ist:<< Schatz, ich bin wieder da!>> Liegst deine Sportsachen in die Ecke und küsst mich sanft. Da gibt es immer viel zu erzählen, denn vielleicht muss er in zwei Tagen wieder weg und sein nächstes Spiel mit seiner Mannschaft gewinnen. Es ist nicht leicht, aber wir genießen die Zeit miteinander. Manchmal lädt er mich auch ins Stadion ein und ich schaue gespannt zu. Genauso wie seine und meine Familie zu Hause vor dem Fernseher. Alle fiebern mit. Er sagt mir immer wieder wie sehr er mich vermisst hat. Und wenn ich auf dem Sofa liege, lehnt er sich einfach über mich und schaut mich einfach nur an. Erzählt mir wieder etwas und fängt langsam an mich zu küssen. Mein Mund - mein Hals. Das sind die romantischen Minuten in unserem doch so spektakulären Leben.
Als er noch nicht in der Nationalmannschaft spielte, waren wir auch schon zusammen. Wir lernten uns in einem Restaurant kennen. Ich kannte dich nicht, da ich mich nicht wirklich für Fußball interessierte. Und ich glaube genau das gefiel dir. Denn dann kam es nicht auf dein Geld an. Nach etwa 4 Jahren machtest du mir einen Heiratsantrag. Ich sprang dir sofort in die Arme und fing an zu weinen. Meine Träume haben sich erfüllt! Mein absoluter Traummann hat mir einen Heiratsantrag gemacht. Die Hochzeit war wunderschön, gerade weil sie eher einfach gehalten wurde. Ich ließ einfach meine Fantasie spielen. Unsere Flitterwochen waren in einem gemieteten Strandhaus – man schaute direkt aufs Meer und wir waren ganz alleine. Als wir Nachts schwimmen gingen, trug er mich aus dem Wasser und legte mich auf den Sand. Er fing wieder an mich zu küssen. Etwa neun Monate später kam unser erstes Kind zur Welt – ein Junge. Nach einem gelungen Spiel, flogst du direkt ins Krankenhaus um mich zu besuchen. Du ließt die anderen Jungs alleine feiern – und ich war dir sehr dankbar dafür. Es war ein wunderschöner kleiner Junge. Wir nahmen ihn einige Zeit später mit nach Hause und legten ihn in sein Kinderbettchen. Wir standen bestimmt 10 Minuten davor und schauten uns einfach nur unser Kind an. Wir waren einfach nur glücklich.
Etwa 3 Jahre später war die WM in Spanien. Ich schaute im Stadion mit unserem Sohn zu. Du brachtest uns durch dein Tor in Führung uns Deutschland gewann. Nach der Ehrenrunde ging ich aufs Spielfeld, mit unserem Sohn auf dem Arm. Ich setze in ab und er lief zu dir. Dieses Bild werde ich nie vergessen. Wir gingen gemeinsam in das Hotel der Nationalmannschaft und brachten unseren Sohn ins Bett. Danach feierten wir noch – immer im Hinterkopf unseren Sohn. Spät in der Nacht gingen auch wir ins Bett. Ich hatte ein Nachthemd an, du eine Boxershorts. Nach einiger Zeit legtest du dich auf mich und zogst mein Nachthemd aus. Es war ein wunderschönes Gefühl.
Vielleicht bist du nicht oft zu Hause. Aber wozu gibt es das Handy und unsere Freude füreinander. Wir genießen jede Minute zusammen. Und der Abschied tut uns vielleicht auch ganz gut. Ich werde dich immer lieben!
 
 
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