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Foto von [~>Angel<~]

*+*Meine Bestimmung*+*

[~>Angel<~], 22. Dezember 2006
Leise schlich sie über den Flur. Sie spürte den kalten Boden unter ihren nackten Füßen.


Bloß kein Geräusch machen. Er darf dich nicht hören!

Erdrückende Stille breitete sich um sie. Sie hatte das Bedürfnis laut zu schreien. Ihren ganzen Schmerz heraus zu lassen. Plötzlich fuhr sie zusammen. Etwas hatte sie am Bein berührt. Sie blickte an ihrem Körper hinunter. Ihr schwarzer Kater strich um ihre Beine und gab ein leises Miauen von sich. „Still, Findus! Sei still!“ Hektisch fuchtelte sie mit ihrer Hand vor seinem Gesicht herum. Findus fauchte und rannte in Richtung Küche. Voller Entsetzen sah sie wie der Kater gegen ein Schränkchen stieß und die darauf stehende Vase zum schwanken brachte.


Nein, sie darf nicht fallen! Er würde aufwachen!


Panisch bewegte sie sich in Richtung Vase, wobei sie weiterhin versuchte keinen Ton von sich zu geben. Doch es war zu spät. Mit einem lauten Scheppern zerschellte die Vase auf dem Boden. Scherben flogen durch die Luft und verteilten sich schließlich auf dem Boden. Ein lautes stöhnen drang durch die Schlafzimmertür.


Renn! Renn! Er ist wach! Renn um dein Leben! Er wird dich töten!


Im nächsten Moment flog auch schon die Tür auf. „Was machst du da? Wo willst du hin? Ich hab dir doch gesagt du sollst das Zimmer nicht verlassen!“ Seine zornige Stimme machte ihr Angst. Sie spürte wie sich in ihren Augen Tränen bildeten. Sie begann zu stottern. „Es… Es… Es tut mir leid…Ich wollte mir nur etwas zu trinken holen. Tut mir leid, wird nie wieder vorkommen!“


Jetzt ist es zu spät. Du hättest rennen sollen!


Schwankend kam er auf sie zu.


Der Alkohol wirkt noch. Er ist geschwächt. Das ist deine Chance! Renn! Du willst doch nicht, dass er dir weh tut!


Doch sie hatte zuviel Angst. Gewaltsam packte er sie am Arm und zog sie in sein Schlafzimmer. Im nächsten Moment konnte sie sich und diesen Mann von oben herab beobachten. Sie kannte nur noch 3 Gefühle. Hass, Schmerz und Angst.. Tränen kullerten ihre Wangen herab, als sein schwerer Körper auf ihr lastete. Was sollte sie tun. Sie war doch noch ein Kind. Zu jung.. zu schwach. Sie schloss die Augen und wartete bis es vorbei war.


Mach sie nicht auf! Lass sie geschlossen bis es vorbei ist!


Sie sah nichts mehr, doch dafür hörte sie umso besser. Sie hörte sein leises stöhnen. Wie es immer lauter wurde… und lauter… und lauter… und lauter… Bis es endlich verstummte. Sie merkte wie sein Körper sich von Ihrem löste. Erst jetzt öffnete sie wieder die Augen. Es tat so weh… so weh… Er wusste nicht wie weh es ihr tat und sie hatte ihm verziehen. Immer und immer wieder hatte sie ihm verziehen. Doch jetzt war Schluss!


Steh auf! Ignorier die Schmerzen und Renn!


Und genau das tat sie auch. Schnell sprang sie auf, riss die Tür auf und rannte. Durch den Flur, durch die Haustür und raus aus dem Haus. Sie rannte und rannte, hielt nicht mehr an. Sie wusste nicht ob er hinter ihr war. Sie wusste nur dass sie rennen musste, wie sie noch nie in ihrem ganzen Leben gerannt war. Sie hielt erst an als sie keuchte und röchelte. Sie konnte nicht mehr. Sie schaute sich um. Er war weg. Sie weinte Tränen der Erleichterung. Sie hatte es geschafft. Doch was nun? Weiter hatte sie noch nicht gedacht. Wo wollte sie leben? Sie konnte doch nicht draußen schlafen, oder doch?


Du hast nur ein Nachthemd an! Du wirst sterben wenn du hier draußen bleibst!


Geschwächt ließ sie sich in einen Laubhaufen sinken und ergab sich ihrem Schicksal. „Wenn es so vorbestimmt ist soll es auch so sein. Ich werde sterben.“ Am nächsten Morgen fand man sie erfroren und mit einem Lächeln auf dem Gesicht vor. Sie war zufrieden gestorben.


Jetzt hast du es ihnen allen gezeigt! Ich bin stolz auf dich!

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