Gedichte2000.de - Die Gedichte-Homepage

Geschichte

 
Zurück Zur Übersicht Weiter

Eine zweite Chance für Niki?

Pippi, 17. Januar 2007
Die Sonne steht schon hoch am Himmel, als ich mich langsam vom Land der Träume in die Realität zurück hole. Die Realität, das ist ein Leben ohne ihn, Thomas.
Ich liege im Bett und stecke mich, dann überlege ich mir, was ich heute machen könnte. Ich habe Urlaub, aber dadurch, dass Thomas und ich auseinander sind, habe ich nichts vor. Das heißt ich habe ganz viel Zeit für mich und meine Gesundheit. Sie hat in den letzten Monaten schwer hinten angestanden.
Nach einer Dusche beschließe ich mit dem Rad an den See zu fahren. Als ich dort ankomme, sehe ich schon, dass mehrere auf diese Idee gekommen sind. Das Ufer rund um den See ist total überfüllt, aber ich bekomme noch ein hübsches Plätzchen unter der Pappel.
„Hm tut das gut“ denke ich mir, als ich in das kühle Wasser laufe. Der See ist herrlich kühl und regt meinen Kreislauf an. Als ich wieder am Ufer bin und mich trocken gerubbelt hab, schaue ich traurig in die Wellen des Sees. Hier waren wir beide immer, egal ob Sommer oder Winter. Hierher sind wir immer mit dem Rad gefahren, haben gemeinsam gelacht und geweint. Jetzt bin ich hier allein. „Ach hör auf mit der alten Geschichte“ denke ich mir und steh auf, um mir ein Eis zu holen. Im Laufen bemerke ich ein Pärchen, welches nicht weit von mir entfernt im Gras liegt und lustig herumtollt. Da trefft es mich wie einen Blitz!! Da liegt er, Thomas, und neben ihm eine blonde Schönheit. Sehnsucht überkommt mich und gleichzeitig blanke Wut. Leise, um die beiden nicht auf mich aufmerksam zu machen, schleiche ich mich an meinen Platz zurück und ziehe mich an. Traurig radle ich nach Hause zurück. Warum ist er hier mit einer Frau?? Hat er mit ihr seine Ängste überwunden? Kann er bei ihr seine Gefühle offen zeigen und aussprechen?
Zuhause denke ich mir „Du Esel, was wäre denn schon passiert, wenn er dich gesehen hätte“ und ich bin sauer auf mich selbst und auf ihn. Warum hat er noch immer so eine Macht über mich?
Ich beschließe Simone anzurufen. Sie lenkt mich immer ab und war in den schweren Anfangszeiten ohne Thomi immer für mich da.
5 Stunden und einen Caipi später sitze ich lachend mit Simone an der Bar unserer Stammkneipe. „Schau mal den an mit der Sturmfrisur“ lacht gerade Simone. Viel besser gelaunt, als vorher antworte ich „ Der braucht auch mal dringend einen Frisör!“ Immer mehr junge Leute strömen in die Kneipe hinein. Da geschieht es wieder. Es läuft unser Lied. Wieder bin ich traurig und einsam unter so vielen lachenden Menschen. Da spüre ich auf einmal ein Paar warme, weiche Hände an meinen Hüften liegen. Ich muss mich nicht umdrehen um zu wissen, dass es Thomas’ Hände sind, denn ein mir sehr bekannter Duft steigt mir in die Nase. „Warum bist du heute von mir weggelaufen?“ fragt er mich. Entsetzt drehe ich mich um und schaue in des schönste Augenpaar, das ich jemals gesehen habe. „Ich wollte das junge Glück nicht stören“ antworte ich. „Junges Glück? Stören?“ Thomi schaut mich verständnislos an. „Beim schmusen mit deiner Freundin“ entgegne ich verärgert. Er nimmt mich fester am Arm und beugt sich zu mir rüber. „Ich habe dich vermisst. Ich hab auch gehofft, dass du am See bist, wo wir beide doch Urlaub haben. Ich hab Marion, Jessi’s Freundin, gefragt, ob sie mich begleiten will. Sie hat Semesterferien und war so allein ohne Marion.“ Thomi schaut mich an. Marion? Jessica? Na ich Volltrottel. Natürlich. Marion ist Thomas kleine Schwester und Jessi die Frau, mit der sie zusammen ziehen wollte. Damit fing unser Unglück ja an. Dadurch kam Thomas ja erst auf die Idee, dass wir heiraten und zusammen ziehen sollten. „Oh, DIE Jessi??“ Ich kam mir vor wie ein totaler Idiot. „Ja genau die Jessi. Wie du siehst, keine Gefahr für mich und dich. Sie interessiert sich nur für Marion und ihr Studium.“ Gefahr für uns? Hä? Hatte ich da was nicht mitbekommen? „Wie meinst du denn das?“ Ich war total verwirrt. Uns gab es schon seit 6 Monaten nicht mehr.
Durch das Gedränge um uns herum werde ich ganz eng an Thomi gedrückt. „Hi Thomas“ ertönt da eine Stimme aus dem Hintergrund. Simone ist wieder aufgetaucht. „Schön dich mal wieder zu sehen“ antwortet Thomi.
Während des ganzen abends berührt mich Thomi wie selbstverständlich immer wieder. Mir wird ganz heiß dadurch und auch er kennt meine Reaktionen auf ihn ganz genau. Lächelnd blickt er mich an. Ich will das alles nicht, nicht so, denk ich mir und verabschiede mich auf die Toilette. Ich flitze zu Simone und sag ihr, dass ich irre Kopfschmerzen bekommen habe und nach Hause fahren will. Sie schaut mich sehr seltsam an, sagt nichts und nickt mir zu.
Ich setzte mich auf mein Fahrrad und radle los. Als ob es um mein Leben gehen würde trete ich in die Pedale. Ich will ihn aus meinem Kopf rauskriegen. Nie wieder wolle ich solch einen Schmerz fühlen. Nie wieder. Ich finde mich am See wieder. „Bin ich den ganzen Weg hierher geradelt?“ frage ich mich. Einladend liegt der See im Mondschein. „Ach, jetzt eine Abkühlung, das tut mir sicher ganz gut“ denke ich mir und ziehe mich nackt aus und springe in den See. Wunderschön, fast wie in einem Märchen, glitzert das Wasser im Licht des Mondes. Ich höre ein Plätschern hinter mir und drehe mich um. Da steht ein Mann im Wasser, ebenso nackt wie ich, wie ich aus dieser Entfernung unschwer erkennen kann. Thomas. „Warum läufst du immer vor mir davon“ fragt er und nimmt mich fest in seine Arme. „ Woher weißt du, wo ich bin“ frag ich ihn, entsetzt darüber, wie mein Körper auf seinen reagiert. Meine Brustwarzen stellen sich auf und ein Schauer jagt durch meinen Körper. „Ich wusste nicht, dass Du hier bist. Du warst auf einmal weg, da wollte ich eine Abkühlung, bevor ich nach Hause fahre und mich frage, wohin du so schnell verschwunden bist.“ Thomi schaut mich an „Du bist noch immer so schön wie vorher“ sagt er. Da wird mir meine Nacktheit bewusst und ich laufe an ihm vorbei zurück ans Ufer. In meine Jacke eingewickelt sitze ich nun da und versuche mich möglichst schnell anzuziehen. „Warte, hier, nimm meine Decke. Ich hab auch ein Handtuch dabei“ sagt Thomas und reicht mir sein Handtuch. „hast Du das immer im Auto?“ frage ich ihn. „Nein“ entgegnet er mir, „nur wenn ich schöne Frauen verführen will“. Und er lacht bei dieser Antwort. Ich setze mich zu ihm auf die Decke und rubble meine Haut trocken. Erst jetzt wird mir klar, wie sehr er mir gefehlt hat. Ich schaue ihn an, um zu sehen, ob es ihm genauso geht. Er beginnt mich zu streicheln, erst die Arme, dann die Beine und den Bauch. Ich schließe die Augen und genieße seine Berührungen. Ich öffne meine Augen und schau ihn an. Sein Blick ist verklärt. Da beuge ich mich zu ihm hinüber und küsse ihn. „Du hast mir so sehr gefehlt“ nuschelt er mir ins Ohr. Oh ja, er mir auch. Mein Körper drückt sich gegen seinen, da berührt er meinen Schoß. Er legt die Hände tiefer in meinen Schoß und reibt mich mit seinen Fingern. Oh ja, wie sehr hatte mir das gefehlt. Sein Atem wird schneller und auch ich merke, dass ich mehr von ihm will. Ich schiebe seine Hände weg von mir und rolle mich auf ihn drauf. Im nächsten Augenblick schon sind wir Eins in der Welt. Im gleichen Rhythmus bewegen wir uns, als ob es nie eine Trennung zwischen uns gegeben hätte. Ich spüre Seine Erregung, ich merke, wie sehr es ihm gefällt und ich bewege mich schneller und noch schneller. Ich lasse ihn rein und raus fahren und mir wird es immer schwindliger und schummriger. „Oh ja, mach weiter so Niki“ stöhnt er und ich merke, wie kurz er bevor steht. Ein leiser Schrei schallt durch die Nacht, dann ist alles ganz still. Ich kann Seinen Herzschlag spüren und er den meinen. Er schaut mich an und in seinem Blick liegt etwas, was ich zuvor noch nie gesehen habe. Das, was er nicht aussprechen kannst, genau das, warum wir uns getrennt haben.
„Lass uns fahren“ sagt er, stehst auf und hebt mich hoch. Mit der Decke und dem Handtuch in der Hand läuft er zu meinem Rad und hebt es hoch. „Ich fahr Dich heim“ sagt er, ohne einen Widerspruch duldend. Auch gut, denk ich mir.
Die Fahrt verläuft schweigend. Zuhause läd’ er mein Fahrrad aus dem Auto und ich schiebe es zur Kellertüre. „Niki, weißt du…“ fängt er an. „Ja ich weiß schon“ entgegne ich. „kann ich noch mit reinkommen“ fragt er. „Es ist schon spät“ meine ich und drehe mich um. „Ach Niki, komm schon, lass uns reden. Ich hab Urlaub und du auch. Keine Ausreden. Wir müssen reden. Ich habe doch eben gemerkt, dass dir unsere Beziehung nicht egal geworden sind“. Thomas ist wütend. „O.k., komm mit rein, ich mach dir einen Kaffee“ ich gebe mich geschlagen.
Ich gehe in die Küche und mache uns beiden einen starken Kaffee. Hinterher setze ich mich auf die Couch, auf der Thomi auch schon Platz genommen hat.
„Niki, das vorhin war wunderschön. Es war, als ob wir beide niemals getrennt gewesen wären“ fängt er an. Ich schaue ihn an, er kommt zu mir, legt seinen Kopf an meine Schulter und weint. Hallo, was ist denn hier jetzt los? Ich bin doch diejenige, welche heulen sollte. Ich versteh die Welt nicht mehr. „Hey, was ist denn los?“ Ich streichle ihm über den Kopf und küsse seine Hände. Er setzt sich wieder aufrecht hin und blickt mich an. Wieder sehe ich dieses Gefühl in seinen Augen, dessen er unfähig ist auszusprechen.
„Heirate mich, zieh’ zu mir und lass uns immer zusammen bleiben. Du hast mir so sehr gefehlt und auch Buff hast du gefehlt.“ Buff ist Thomi’s Hund und ein treu doofes Kerlchen. „Buff habe ich gefehlt? Das glaub ich nicht. Er interessiert sich nur für sein Essen und seine Chips“ ich suche seinen Blick. Wartend schaue ich ihn an. Da senkt er seinen Kopf und sagt ganz leise: „Das kann ich nicht und das weißt Du, aber du weißt doch, dass ich es fühle“ Thomi ist total verzweifelt. „Sag es, Thomi, sag dass du mich liebst“ ich bin einem Zusammenbruch nahe. Er schaut mich an und steht auf. „Nein, das kann ich nicht“ und er geht.
Nun sitze ich hier mit zwei vollen Tassen Kaffe und weiß nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Er ist wieder weg und ich spüre meine Angst wachsen. Nein, denk ich mir und laufe los. Er setzt sich gerade ins Auto, als ich ihn erreiche. „Komm mit rein“ erleichtert, ihn noch erwischt zu haben, nehme ich seine Hand.
Ich führe ihn ins Schlafzimmer, ziehe mich aus und ziehe ihn aus. Erstaunt sieht er mich an. „Du wolltest dich doch nie vor mir ausziehen“ sagt er. „Ja, stimmt, aber manche Dinge ändern sich halt einmal“ entgegne ich. Ich ziehe ihn auf mein Bett und beginne ihn zu streicheln. Erst den Hals, ganz langsam weiter zum Bauch und immer weiter. Ich sehe seine Erregung und bin schon total heiß auf ihn. Immer höher treibe ich ihn, bis ich merke, es dauert nicht mehr lange. Da höre ich auf und lege mich neben ihn. Ich ziehe ihn auf mich und führe ihn in mich hinein. „Das tut so gut“ sag ich und schau ihn an. Ihm geht es genauso, das merke ich. Immer höher, immer weiter treibt er mich an, bis ich kurz vor dem Gipfel sein leises Stöhnen höre. „Weiter“ flüstere ich und erliege schon der Lust.
Stunden später wache ich in seinen Armen auf. Ich bleibe ganz ruhig liegen um ihn nicht auf zu wecken. „Ich liebe Dich Niki“ höre ich leise neben mir. Hab ich da richtig gehört? Träumt er? Vorsichtig drehe ich mich zu ihm um. Da sehe ich, dass auch er wach ist und mich ansieht. „Ich liebe Dich Niki“ wiederholt er. Mir zog es den Boden unter den Füßen weg. „Was, wieso“ stammle ich. „Warum ich dich liebe? Keine Ahnung, weil du DU bist und weil ich immer bei dir sein will. „Ich liebe Dich auch Thomi“ entgegne ich glücklich und küsse ihn.

© by Tina Trieb 2007-01-17

Kommentare

 
Es wurde noch kein Kommentar geschrieben
 
 
Impressum | Datenschutz | Regeln | © 1998 - 2012 by Markus Foitzik