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Liebe kann Töten

GreyAngelZ, 15. April 2008
Liebe kann Töten
Autor: GreyAngelZ

- Ich schaute auf den Tacho. 210 km/h. Links neben mir die Leitplanken. Rechts ein LKW. Ich zog nach rechts. Nun waren die Reifen des Fahrerhauses direkt vor mir. Ich schloss die Augen. Sah ihr bild vor Augen, und Bremste –

5. April 2007
nach außen hin, schien es wie ein ganz normaler Tag. Doch das sollte sich drastisch ändern.
Am Abend ging ich wie gewohnt zu meiner Zeit online.
Da war sie. Die Mail. Mein Herz fing an zu rasen. Nie hatte ich mich so über eine E-Mail gefreut.
Ohne stark zu zögern schrieb ich zurück und wartete auf die nächste Antwort, die wenige Minuten später eintraf. So ging es hin und her. Immer wieder.
Nach ein paar Tagen, waren wir beide uns so vertraut, dass wir unsere Messenger Adressen austauschten. So ging es dann auch weiter.
Immer wieder wollte ich sie anrufen, doch Caro lehnte immer ab.
In der Nacht auf den 25. August 2007 ist es dann endlich passiert. Wir telefonierten miteinander. Es war kein langes Gespräch, aber dafür eines der schönsten, das ich je erlebt habe.
Von diesem Tag an, hob sich die Anspannung zwischen uns. Wir telefonierten fast jeden Abend. Nächte durch. Gingen gemeinsam Spazieren, konnten zusammen lachen und weinen.
Ich merkte, dass ich anfing, mehr zu fühlen als ich durfte. Caros Herz war bereits erobert und ohnehin würde sie zu weit weg wohnen. Also versteckte ich meinen Schmerz hinter vorgetäuschter Freude und versuchte so normal wie es nur ging zu sein. Doch Caro wurde anders. Sie hatte einen Freund und kehrte mir den rücken zu. Wir entfernten uns voneinander.
Dann endlich ein kleiner Lichtblick. Wir wollten uns im von mir nahe gelegnen Köln treffen. Als es soweit war, und Caro sich die ganze Zeit über nicht gemeldet hatte, ging ich nicht zum Bahnhof und stieg in den Zug für den ich die Karte bereits gekauft hatte. Am Abend dieses Tages kam Caro dann auch online. ich zögerte nicht und schrieb sie an.
„Hey, Solltest du nicht eigentlich in Köln sein?“ ich wartete, dann kam die Antwort: „Bin ich nicht. Bye“ Dann war sie wieder offline. ich war geschockt, traurig, sauer und enttäuscht zu gleich. Was hatte ich gemacht? Wieso war sie so zu mir?
ich lies das Thema sacken und versuchte mich wieder auf ihren Alltag zu konzentrieren. Doch jeden Tag musste ich an sie denken. Fast jede Nacht hatte ich von ihr geträumt. Es war nicht auszuhalten. Ich musste sie einfach wieder zurück haben. Aber das war nicht so einfach. Caro war nicht mehr online und meldete sich auch nicht mehr.
Ich versuchte mich abzulenken. Ich ging wieder raus auf Partys flirtete mit anderen Mädels und versuchte einfach meinem Leben einen neuen Flair zu geben und fröhlich zu sein. Doch jedes Mal wenn ich wieder alleine war, kamen mir ihre Bilder wieder in den Kopf. So konnte das nicht weitergehen. Drei Mädchen gestanden mir ihre unsterbliche Liebe. Doch ich lehnte alles ab. Ich wollte niemanden. Ich wollte Caro.
Ich fing an sie zu suchen. Gab in sämtlichen Möglichkeiten ihren Namen ein um sie zu finden. Wollte zu ihr fahren. Doch dafür reichte das Geld einfach nicht aus.
Eines Abends saß ich vor meinem Laptop und hörte einfach nur Musik. Ich tat nichts anderes. War total in meinen Gedanken versunken und starrte auf den Desktop. Mit einmal ’bing – Caro hat sich gerade angemeldet ’
Sofort richtete ich mich auf und nahm die Hände auf die Tasten. Ich schrieb „Hey, wieso hast du dich denn so lange nicht gemeldet? Du hast mir gefehlt.“ Ich wollte gerade auf die Entertaste drücken, da löschte ich alles wieder und schickte ein einfaches „Hey“ ab.
Nach nur kurzer Zeit kam ein „Hi“ zurück.
Das Gespräch war angespannt. Als wenn wir uns völlig Fremd wären. Doch nach einer Zeit wurde es immer lockerer. Ich hatte sie zurück. Wir hatten uns wieder.
Von nun an haben wir uns geschworen uns nie wieder los zu lassen.
Das Verhältnis wurde besser denn je. Wir Telefonierten mehr und öfter. Schrieben die ganze Nacht durch. Sagten uns Sachen, die man nicht einfach nur so zu jemand sagt. Es kam wie es kommen musste. Ich verliebte mich wieder. Doch diesmal war es nicht wie am Anfang. Es war nicht einfach nur Liebe die man so schnell wieder zerstören kann. Es war auch keine Liebe die ist wie jede andere. Nein es war Liebe, die so stark ist, dass sie töten könnte. Ich hielt das lange geheim. Doch eines Abends, fragte ich: „Würdest du mir Gefühle verheimlichen?“ Es kam mir so vor als würde Caro mit ihrer Antwort zögern doch dann kam: „Ja“ Als ich sie fragte wieso schrieb sie: „Weil ich Angst hätte einen Korb von dir zu bekommen.“ Ich musste grinsen und schickte ihr ein Video in dem ich ihr sage dass ich alles mit ihr teilen will. Das ich sie auf ewig lieben will und sie auf Händen tragen will. Als Caro das Video zu ende geguckt hatte, wiederholte ich meine frage. Nun schrieb sie „Nein“
Kurz ging das Gespräch normal weiter doch dann schrieb Caro: „ok Maus… Es ist so! Ich habe Gefühle für dich.“ Mir liefen die tränen übers Gesicht. Gerade wurde ich zum Glücklichsten Menschen auf dieser Erde gemacht. Dann gestand ich ihr auch meine Liebe. Nun konnte ja eigentlich nichts mehr schief gehen.
Von nun an sollte die schönste Zeit beginnen. Ich wusste ja nicht, dass sich das Blatt so schnell wieder wenden kann. Ich wollte alles tun. Alles aufgeben, dass ich Caro glücklich mache. Ich wollte sie zu mir holen und ihr ein neues, schönes Leben schenken. Doch immer wieder klappte irgendwas nicht. Immer kamen irgendwelche Probleme dazwischen. Die Zeit die Caro in Tuttlingen verbrachte wurde immer schlimmer. Ich versuchte alles was in meiner Macht steckte um alles zu beschleunigen. Doch es tat sich einfach nichts.
Wir versuchten alles so schön wie möglich zu gestalten um die Zeit bis dahin gemeinsam zu überstehen. Schrieben Texte, die einfach wunderschön waren, und uns ein Gefühl der Zuneigung, liebe und wärme gaben. Texte, die ich in meinem Leben niemals vergessen werde.
Eines Abends, sprach ich mit Caros Ex Freund David. Wir redeten über sie und dann kam die Frage. „Würdest du Caro bis nach Frankfurt bringen?“ er willigte ein.
Alles sollte so Perfekt laufen. Wir haben ein Hotel gebucht. Haben uns ausgemalt wie es Laufen sollte. Was wir wohl machen wenn wir uns gegenüberstehen.
Zwei Tage vorher, wurde Caro mit starken Bauchschmerzen ins Krankenhaus eingeliefert. Verdacht auf Blinddarm. Den ganzen Tag habe ich gezittert und auf eine Antwort, oder eine Nachricht gehofft. Am Abend kam dann die E-Mail von David. „Hey Sarah, Caro liegt im Krankenhaus, sie hat eine Blinddarm Entzündung, ich wollte dir eigentlich per Handy bescheid geben aber dazu bräuchte ich deine Nummer. Sie konnte sie mir nicht geben und sonst hat sie niemand, also könntest du sie mir bitte geben? Ich bin noch arbeiten, geh nachher in der pause kurz zu ihr. Sie wollte gar nicht bleiben und ist durchgedreht, so wie mir ihr bester Freund erzählt hat. Grüße Dave“
Tränen liefen mir über die Wangen, und tropften auf meine Hände die wie gelähmt auf meinen Beinen lagen. Sam kam zu mir und fragte mich ob ich mit nach unten kommen würde. Erst zögerte ich doch dann stand ich auf und folgte ihm aus der Tür hinaus. Als ich im Auto saß und so vor mich hin redete, sagte ich zu ihm, „Jetzt können wir ja doch zum Club fahren.“ Er schaute mich an und sagte: „Ja, dann kann ich direkt das Navigationssystem wieder wegbringen.“ Diese Worte rissen ein Tiefes Loch in mein Herz. Alles woran ich geglaubt hatte war auf einmal verschwunden. Mein größter Traum geplatzt. Ich stieg aus dem Auto, er wollte mich noch festhalten aber ich nahm seine Hand, legte sie zur Seite und stieg aus. Ich wollte weg. So weit weg wie es nur ging. Aber ich schaffte es nicht. In einer Ecke blieb ich stehen und brach in Tränen aus. Es fing an zu regnen. Als wenn die Engel mit mir weinen. Aber wieso sollte ich Mitleid von oben bekommen, wenn ich nicht einmal Gnade bekam.
Sam nahm mich in den Arm und sagte mir wir sollten nach Oben gehen. Wir müssten ja nicht im Regen stehen, nicht das ich nachher noch Krank werde. Langsam ging ich zur Tür und dann die Treppe hinauf. Ich lies mich auf den Stuhl fallen und stütze mich auf meine Arme. Mein Kopf war so leer wie noch nie. Ich wusste in diesen Moment gar nichts mehr. Nicht mal meinen eigenen Namen. Welcher Tag heute ist, oder wie Spät es war.
Am Späten Abend war ich wieder zuhause, setze mich auf das Sofa und brach komplett zusammen. Ich habe immer gesagt dass irgendwas passiert dass irgendwas dazwischen kommt. Aber immer wieder hat sie mir die Hoffnung gegeben das alles klappt und alles gut gehen wird. Das wir glücklich werden und alles so wird wie wir es uns erhofft haben. Wieso habe ich ihr geglaubt? Dann würde das ganze jetzt nicht so wehtun.
Ich habe sie angerufen. Es ist jemand dran gegangen. Ich kann nicht auf alles schwören dass es Caro war. Es kann auch ihre Schwester gewesen sein. Aber ich bin mir da schon ziemlich sicher. Seit diesem Punkt weiß ich, da ist was Faul.
Eine Gewisse Zeit verstrich. Ich machte mir Gedanken. War am Boden zerstört. Wurde von Alpträumen verfolgt, die mir den Schlaf raubten.
Eines Abends, klingelte mein Handy. Das Klingeln, riss mich aus meiner Trance. Ich nahm das Handy und schaute aufs Display. „Zoey“ Nichts Ahnend nahm ich ab, und sagte nichts. Irgendwann hörte ich ihre Stimme sagen, „Maus, Ich muss dir was sagen. Tick jetzt bitte nicht aus.“ Wieder schwieg ich. Dann fuhr sie fort. „Caro hat mir auf meine E-Mail geantwortet. Das erste was komisch ist, ist das sie schreibt, als wärst du ihr völlig egal. Das war im MSN nicht so. Das zweite, sie heißt nicht Caro.“ Mein Herz blieb mir stehen und meine Augen füllten sich mit Tränen. Immer noch konnte ich kein Wort raus bringen. „Yvonne Kempter“
Ich wollte nicht glauben was sie mir da gerade erzählt. Ich wollte nicht wissen, wie sie das raus gefunden hatte. Ich wusste nur, jetzt ist alles vorbei. Alles eine Lüge. Ich brachte quälend ein „Danke“ über die Lippen, dann legte ich auf.
Mein größter Traum war zerplatzt. Von der einen auf die andere Sekunde gestorben. Ich erinnerte mich an alles was ich je mit ihr erlebt hatte. Jedes einzelne Gespräch. Jedes einzelne Wort. Ihre Bilder. Ihre Art. Erinnerte mich an ihr Lachen, und an die lieben Wörter die sie mir gegenüber ausgesprochen hat. Ich dachte daran, dass sie gesagt hat, wir werden uns kein zweites Mal verlieren. Sie will mit mir ihr Leben teilen. War das denn alles gelogen? Kann man jemand denn so krasse Gefühle vorspielen? Waren sie überhaupt gespielt?
Ich rutschte in ein Loch. In ein sehr tiefes Loch. Wo mich keiner mehr rausholen konnte. Ich habe alles hingeschmissen. Habe meine Bewerbungen zerrissen, mein Studium geschmissen. Es war vorbei. Ich brauchte das alles nicht mehr. Wofür das alles wenn die Liebe meines Lebens eine Lüge war? Wofür?
Die Zeit verstrich und ich saß nur noch in meinem Zimmer ohne Licht, ohne Musik, ohne Freunde. Ich war alleine, und das wollte ich auch sein. Ich sah keinen Sinn mehr. Irgendwann betrat ein Mann mein Zimmer. Ich sah ihn nicht an. Ich starrte nur auf ihr Bild und unsere Texte. Er setzte sich neben mich, und fing an auf mich einzureden. Stunden vergingen. Zugehört? Habe ich nicht wirklich. Doch irgendwann fiel der Name „Helga“ der Name meiner Oma. Ich drehte mich zu ihm, und sah ihn an. Er hielt kurz inne, und sprach dann weiter. Als er ging, legte er mir eine Karte mit seiner Telefonnummer auf den Tisch und sagte, ich könnte ihn jederzeit dort erreichen.
Die ganze Nacht lies ich mir seine Worte durch den Kopf gehen. Wofür das alles? Warum mach ich mich so fertig? Ich habe sie immer gut behandelt und jedes Böse Wort von mir tut mir leid. Ich brauche sie nicht. Ich schaff es auch alleine. An dem Tag hat sich mein Leben geändert.
Am nächsten Tag, setzte ich mich hin, und schrieb neue Bewerbungen. Kurz danach, hatte ich eine gute Arbeit. Gute Bezahlung. Kurz vor dem Sommer hatte ich das Geld zusammen, für meinen Führerschein. Ich strengte mich an. Denn ich wollte es packen. Ich wollte nun was aus meinem Leben machen. Am 16. Juni habe ich dann bestanden, und fuhr am gleichen Tag noch los und kaufte mir mein eigenes Auto.
Eines Abends, als ich von der Arbeit kam, kam meine Mum ins Zimmer. Sie setzte sich hin, und beobachtete mich dabei, wie ich eine SMS schrieb. Dann sagte sie, „Süße, ich bin stolz auf dich. Ich bin stolz das du es geschafft hast, aus dem Loch wieder raus zukommen.“ Dann sah sie auf ihr Bild das immer noch an meinem Bett stand. Sie nahm es und sagte „Sie hatte dich niemals verdient.“ Sie gab mir einen Kuss auf die Wange und verlies das Zimmer.
Zwei Wochen später, ich hatte mir gerade Urlaub genommen, traf ich mich mit den Mädles und Sam am Feld Mark See. Wir lachten und die Sonne prallte auf unsere Haut. Wir hatten Spaß und ich fühlte mich wirklich wohl. Irgendwann sagte jemand ein einziges Wort. „Frankfurt“ Ich fiel zurück. Musste daran denken, dass wir uns treffen wollten, und uns verloren haben. Dachte daran, wenn ich doch nur gewartet hätte. Dann hätten wir uns noch.
Schnell lenkten mich meine Freunde wieder ab. Doch am Abend, klingelte Sandras Handy. Ihr Klingelton, zerstörte mich. „Kyra feat. Mc Amino – Ich Liebe Dich“ Ich stand auf, und sagte den anderen, dass ich nach Hause fahre. Ich hätte noch etwas zu tun. Ich ging zum Auto, und saß noch lange dort bevor ich losfahren konnte. Habe nachgedacht. An die alte Zeit. An sie.
Als ich sah, dass die anderen den Parkplatz runter kamen, startete ich, und fuhr davon. Mir war egal was sie jetzt denken würden. Ich wollte nur noch nach Hause. Am gleichen Abend noch, klingelte es. „Leiermann“ Er kam rein, sah auf mein Regal neben meinem Bett, und sah ihr Bild. Daneben die Ringe die wir uns immer ausgesucht hatten. Er ging zum Bett, setzte sich, und nahm die Ringe in seiner Hand. Nach kurzer Zeit stille, sagte er: „Du hast sie immer noch nicht vergessen hm?“ Ich schaute ihn an und sagte, „Nein, und das werde ich auch nie!“ Als er gegangen war, saß ich noch lange am Fenster und schaute in die Sterne. Dann war mir klar, ich fahr zu ihr. Ich will sie sehen. Ich erinnerte mich wieder an die alten Zeiten. Wie oft ich diesen Satz gesagt hatte. Ich ging Duschen, und legte mich dann schlafen.
Am nächsten Morgen, stand ich sehr früh auf. Draußen war es noch kühl. Ich packte ein paar Sachen ein, und fuhr zur Tankstelle um mein Auto zu tanken. Dann machte ich mich auf den Weg. Es war ein Langer Weg. Es kam mir vor, als wäre ich Tage unterwegs gewesen.
Als ich das Schild „Frankfurt“ auf der Autobahn sah, ging ich vom Gas. So viele Gedanken gingen mir durch den Kopf. Was würde sie sagen wenn ich vor ihr stehe. Was würde ich sagen. Könnten wir Freunde werden. Mit einmal wurde ich von einem grellen Licht aus meinen Gedanken gerissen. Hinter mir war ein Auto das mit Lichthupe signalisierte, dass es vorbei wollte. Ich schaute auf meinen Tacho. Erschrocken stellte ich fest, dass ich nur 80 km/h auf der Überholspur fuhr. Schnell setzte ich den Blinker und zog rüber.
Ich versuche mich auf die Fahrt zu konzentrieren. Aber immer wieder kam sie mir in den Kopf. Ich musste irgendwas dagegen machen bevor ich mich noch in die Leitplanken setzte und drehte die Musik auf. Nach einer ganzen weile, bemerkte ich, dass ich Hunger hatte. Ich fuhr die nächste Raststätte an und bestellte mir eine Pizza. Nach einer Zigarette, setze ich meine Fahrt dann fort. Ich fuhr und fuhr. Hatte das Gefühl, die Straße nimmt gar kein Ende mehr. Als ich schon langsam die Lust verlor, sah ich es. „Tuttlingen.“ Mein Magen drehte sich um. Alles kribbelte, und ich hatte das Gefühl, dass mir gleich schlecht wird. Ab jetzt hieß es Suchen. Ein Navigationssystem hatte ich nicht und eine Karte auch nicht. Ich fuhr langsam die Straße entlang. Hielt Ausschau nach einem Stadtplan. Fand aber keinen. Ich schaute rechts und links. Irgendwann kam ich an einem Park vorbei. Ich erinnerte mich an das Bild vom Goolge Earth. Ich war gar nicht so weit entfernt. Ich versuchte mich an dem Bild in meinem Kopf zu Orientieren. Es schien Hoffnungslos. Aber die Suche aufgeben? Niemals. Ich hatte es bis hierhin geschafft. Dann werde ich den Rest auch noch schaffen. Seitenstraßen über Seitenstraßen, doch ich fand nicht die Richtige. Ich wollte jemanden finden, der mir eventuell weiterhelfen kann. Doch auch keine Menschenseele war auf den Straßen. Ich blieb stehen, um kurz Pause zu machen und einen klaren Kopf zu bekommen. Schaute herum. Dann Fiel mein Blick auf ein Straßenschild. Ich strengte mich an um zu erkennen was draufstand. Dann erkannte ich es. „Karlstraße“ Ich fuhr sofort los und rammte dabei fast einen an mir vorbeifahrenden Radfahrer. Ich bog in die Straße ein. Jetzt musste ich nur noch die Hausnummer 13 finden. Langsam fuhr ich die lange Häuserreihe ab. „9, 11, 13“ Ich hatte es gefunden. Ich stellte den Wagen an den Straßenrand. Ich saß da und konnte mich kaum bewegen. Aussteigen? Das war gerade unmöglich. Mein Herz schlug mir bis zum Hals. Meine Hände zitterten. Ich holte ein paar Mal tief Luft, machte langsam die Tür auf und stieg aus. Mit weichen knien ging ich auf die Haustür zu. Ich suchte die Klingeln ab. Ging mit dem Finger von oben bis unten, jede einzelne Reihe durch. „Kempter“ Ich klingelte, bevor ich überhaupt darüber nachdenken konnte, ob es richtig oder falsch ist was ich da tue. Kurz danach ertönte ein Geräusch. Die Tür war offen. Mit zitterigen Händen schob ich die Tür auf und ging langsam auf die Treppe zu. Stufe für Stufe ging ich hoch. Ich hörte wie jemand eine Tür öffnete und ein paar Schritte in den Hausflur trat. Schaute aber nicht hoch. Ich konnte nicht. Ich ging einfach weiter bis ich an dieser Person angelangt war. Ich habe mich darauf eingestellt, dass sie vor mir steht. Doch wie konnte ich das? Ich wusste doch nicht einmal wie sie wirklich aussieht. Wieder gingen mir so viele Gedanken durch den Kopf. Oben angekommen, schaute ich nach oben. Ich sah einem Mädchen direkt in die Augen. Ich war am überlegen. Ist sie es? Ist es ihre Schwester? Ich wusste es nicht. Ich konnte es auch nicht wissen. Woher denn auch? Als sie dann fragte, „Hallo, kann ich dir irgendwie weiterhelfen?“ wusste ich, es war nicht Sie. Es war nicht ihre Stimme. Es muss wohl die Schwester sein. Ich schaute sie an und sagte, „Hey, du bist bestimmt Nicole. Ich suche Yvonne. Ist sie da?“ erschrocken schaute sie mich an. „Du bist Sarah richtig? Yvonne ist nicht da aber komm doch rein.“ Ich folgte ihr in die Wohnung. Mein blick viel sofort auf die Couch. Wie oft haben wir uns vorgestellt, dort zusammen zu liegen und einfach nur zu kuscheln. Diese Vorstellungen, waren immer so schön. Aber das alles war vorbei. Nicole redete mit mir, aber ich war schon wieder total in meinen Gedanken versunken. Stand total neben mir. Irgendwann stupste sie mich an. Ich erschrak und schaute sie verblüfft an. „Soll ich sie versuchen anzurufen, dass du hier bist?“ Ich nickte. Sie nahm ihr Handy, und wählte. Kurz danach, legte sie wieder auf und sagte, „Geht keiner Ran.“ Ich schaute sie an, schüttelte den Kopf und sagte. „Nein. Es soll nicht so sein. Ich fahr wieder.“ Sie wollte mich noch aufhalten. Aber ich ging einfach. So viele Kilometer bin ich gefahren um die Frau meines Lebens zu finden. Aber alles vergebens. Ich sackte wieder in ein tiefes Loch. Tiefer, als je zuvor. Tiefer, als ich es mir je vorgestellt habe. Ich war so nah dran. So verdammt nah. Langsam und mit gesenktem Kopf ging ich über die Straße zu meinem Auto. Drehte mich um und schaute zu der Wohnung hoch in der ich gerade gewesen war. Ich drehte mich wieder um und schloss zögernd das Auto auf. Als ich einstieg wusste ich, es war vorbei. Die Tränen liefen mir übers Gesicht. Lange saß ich einfach nur da und weinte. Ich konnte nicht anders. Passanten auf der Straße schauten mich fragend an. Doch das war mir egal. Es tat so unbeschreiblich weh.
Bilder gingen mir durch den Kopf wie es gewesen wäre wenn sie gerade vor mir gestanden hätte. Mit einmal wurde alles schwarz. Ich wollte nicht mehr so weiter Leben. So eine lange Zeit war vergangen und ich hatte sie und meine liebe zu ihr nie vergessen können. Ich startete den Wagen und fuhr los. An der Kreuzung blieb ich stehen. Musste ich nun rechts oder links. Ich wusste es nicht. Wo war ich denn hergekommen. Auch das wusste ich nicht. Mein Kopf war leer. In diesem Moment kam sie hinter mir die Straße hoch. Sie bog zur Eingangstür ein und schloss sie auf. Ging die Treppen hoch. Kaum hatte sie die Wohnungstür aufgeschlossen, da kam ihr ihre Schwester entgegen und sagte ihr, dass ich da gewesen wäre und wenn sie sich beeilen würde, sie mich sicherlich noch erwischen würde. Schnell rannte Sie runter.
Ich entschied mich nach links zu fahren und fuhr los. Sie stürmte durch die Tür. Schaute herum doch ich war nicht mehr da. Sie rannte zur Kreuzung doch auch da war nichts mehr von mir zu sehen. Sie schmiss wütend ihre Tasche auf den Boden. „Scheiße“
Ich fuhr und fuhr. Auf die Autobahn. Gab Gas. Wurde immer schneller. Links waren die Leitplanken, Rechts ein Riesen LKW. Ich schaute zu ihm rüber. Dachte darüber nach ob ich unter ihm hindurch fahren könnte. Schaute auf meinen Tacho. „210“ Ich zog nach rechts und passte mich der Geschwindigkeit des LKWs an. Ich sah wie die Räder immer auf und abgingen. Schloss die Augen. Nun sah ich ihr Bild ganz klar vor mir. Ihr lachen. Ihre Worte. Alles ging mir durch den Kopf… Dann bremste ich.
Der LKW überrollte mich. Ich war sofort Tod.
Stunden später wurde ich aus dem Frag geborgen. Meine Mum stand vor mir und weinte. Sie konnte ihre eigene Tochter nicht wieder erkennen. Ich war komplett zerquetscht. In meinem Auto fanden sie mein Portmonee, dort eine Karte. „Im Notfall Benachrichtigen 0176********“. Einer der Ärzte rief sie an. Sie fasste es nicht. Sie glitt zu Boden und schrie vor Verzweiflung. Sofort rief sie meine Mum an. Diese schrie sie an und sagte sie sei schuld. Meine Mum sagte ihr nicht wann die Beerdigung stattfinden würde, und wo schon gar nicht. Also musste sie es selbst raus finden. Sie suchte in Zeitungen. Tagelang. Bis sie es gefunden hatte. Auf der Internetseite von unserer Zeitung. Sie fuhr zum Friedhof. In der Tasche eine Waffe. Sie trat als letztes an mein Grab. Mit einer Rose in der Hand kniete sie sich auf den Boden. Fragte mich leise warum. Weinte. Dann sagte sie, „Schatz warum? Es tut mir so leid. Es tut mir leid was gewesen ist. Ich liebe dich. Ich liebe dich wirklich warum hast du nicht gewartet? Warum bist du wieder gefahren? Ich liebe dich so sehr. Ich brauche dich und ohne dich will ich nicht.“ Sie zog die Waffe aus ihrer Tasche, hielt sie sich an den Kopf, lies die Rose auf meinen Sarg fallen und drückte ab.

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