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Ohnmacht

Zaphikel, 20. Februar 2004
Ich hasse diesen Zustand, dieses Gefühl…
Die Grenze zwischen Schlafwandeln und verzweifeltem wach bleiben. Die Suche nach Ablenkung, obwohl man nicht mehr weiß was man eigentlich tut…. Ich lese etwas, habe kurz darauf vergessen was es eigentlich war… und doch lese ich weiter… und weiter… Ich will doch nur eine Beschäftigung haben, eine Ablenkung. Einen Grund noch nicht ins Reich der Träume zu versinken.
Ich fühl mich schwach. Mein Kopf sinkt auf die Arme. Ich kämpfe gegen den Drang meine Augen zu schließen. Alles nur nicht schlafen… Im Moment habe ich vor nichts größere Angst.
Angst dass mir meine Träume etwas zeigen könnten, das ich nicht sehen will.
Angst morgen früh wieder aufzuwachen.
Ein neuer grausamer Tag den ich nicht erleben will. Ich habe abgrundtiefe Angst. Jeder Teil meiner Seele wünscht sich diesen Tag nicht erleben zu müssen. Ich werde wieder dorthin gehen müssen wo ich eigentlich nie wieder hin wollte. Nie wieder… Wie kann man seine Arbeit so sehr hassen, so sehr verabscheuen… Immer das Gleiche… es verdammt mich dazu wahnsinnig zu werden, wenn ich das nicht schon längst bin. Panik steigt in mir auf wenn ich an Morgen denke… fast könnte man meinem die Schmerzen in meinem Herz werden unerträglich wenn es so weiter geht… ich will nicht… ich will einfach nicht… warum kann mir den niemand helfen…
Ich hasse diesen Zustand… zwischen Angst und dem Wunsch zu ruhen gefangen. Und wieder laufen Tränen über mein Gesicht… ohne es zu wollen, immer das gleiche… Ich bin schwach… Unwürdig… bitte helft mir.
Ich bin nicht da wo ich gerne wäre. Niemand der mir helfen könnte aus diesem grausamen Kreislauf meines Lebens zu fliehen.
Nichts das mich ablenken könnte... nur noch Angst…
Selbst eure Worte sind inzwischen bedeutungslos geworden, obwohl sie das einzige sind was im Moment noch Sinn in meinem Leben macht. Mein starrer Blick auf den Monitor… Buchstaben… Wörter… Sätze??? Ich verstehe ihren Sinn, aber mein Herz erreichen sie schon lange nicht mehr. Wie eine gefühllose Puppe ziehen die Stunden an mir vorbei…
Tage ohne die Folter die sich meine Arbeit nennt rinnen wie Sand durch meine Finger. Immer wieder das Gleiche, ich hoffe irgendwie aus dieser Ohnmacht heraus gerissen zu werden. Doch nichts geschieht… Ich bleibe stumm, starr und weine weiter.
Und wenn es dunkel wird, ein weiterer Tag zu Ende ist, dann kann ich mich an nichts erinnern. Es verschwindet alles in der Dunkelheit, sinnlos… Dann kommt die Angst…
Gibt es noch etwas anderes in meinem Leben? Ich weiß nicht….. vielleicht ist es da, aber… nein da ist nichts…
Ich vergrabe das Gesicht in meinen Händen… höre ein Schluchzen… von mir? Egal… Du Stunden vergehen… es ist nach Mitternacht, ein neuer Tag… die Angst steigt weiter. Ich kriege keine Luft mehr.
Wofür das alles… für mich? Bestimmt nicht… Für euch? Vielleicht… auch wenn ich im Moment nichts von euch spüre… ich bin allein in dieser Ohnmacht gefangen, kann nicht mehr träumen, nicht mehr hoffen… Schon lange kein Mensch mehr, nur noch eine gefühllose Puppe ohne jemanden der sie in den Arm nimmt.
Lasst es endlich enden, bevor meine Seele für immer in dieser Nacht zurück bleibt… auf ewig gefangen zwischen den Tränen meiner Angst….

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