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Und wenn es doch 10 Millionen waren?

muslim-markt, 17. Juli 2008
Und wenn es 10 Millionen Juden waren?

Die in jeder Hinsicht aufrüttelnde Worte des iranischen Präsidenten Ahmadinejad der letzten Zeit liegen im Rahmen des Medienhorizonts zwar schon etwas zurück aber haben dennoch in der westlichen Welt die üblichen nachhaltigen Abwehrreflexe zur Verteidigung des Zionismus hervorgerufen: Vorwurf des Antisemitismus, Verteidigungsgarantien an Israel, Bekräftigung der Holocaust-Schuld der Deutschen usw. usw..

Zweifelsohne hat Hitler ein Unrechtsregime angeführt, dass für die Ermordung von über 50 Millionen Menschen in der Welt maßgeblich verantwortlich ist. Sicher könnte man die Schuld der Deutschen relativieren, indem man auf die Versailler Knebelverträge verweist und zurückgeht auf den ersten Weltkrieg und dessen Ursachen usw. Aber warum sollte man dort aufhören, man kann weiter zurückgehen bis hin zu Kain und Abel. Der eine Bruder ermordet den Anderen, weil er ihn neidet und denkt, er selbst sei besser als sein Bruder - die urteuflische Sünde.

Im Anschluss an den zweiten Weltkrieg ist mitten im damaligen Palästina der vorher nicht existierende Staat Israel entstanden als „Heimstätte“ für das „Jüdische Volk“. Das Konzept dafür wurde Jahrzehnte vorher beschrieben als „Judenstaat“. Das gesamte angebliche Existenzrecht Israels ist unlösbar verknüpft mit der Judenverfolgung durch das Nazi-Regime! Die andere Existenzrechtsargumentation, dass vor soundsovielen tausend Jahren es schon ein Israel an jenem Ort gegeben hat, ist kaum haltbar, denn es ist ein willkürlicher Zeitpunkt der Geschichte herausgegriffen, um die Staatsgründung argumentativ zu belegen. Würde man einen anderen Zeitpunkt der Geschichte wählen, vorher oder nachher, so würde das Argument wegfallen.

Nein, ohne Holocaust gäbe es nicht einmal aus westlicher Sicht jegliche Rechtfertigung für Israel. Selbst vor den eigenen Bevölkerungen könnte man die unaufhörliche militärische, politische und finanzielle Unterstützung Israels kaum aufrecht erhalten, noch dazu über so viele Jahre.

Aber genügt der Holocaust als Argumentation? Muss Israel kleiner werden, wenn nicht sechs sondern nur eine Million Juden vernichtet wurden? Und hat das heutige Israel mehr Recht auf Unterstützung, wen es nicht sechs sondern 10 Millionen waren?

Aus deutscher Sicht vereinfacht sich obige Frage, da jeglicher Zweifel am Ausmaß des Verbrechens nach Unten bezüglich der sechs Millionen vernichteter Juden mit Strafandrohung verboten ist. Aber eine Frage nach oben wird sicherlich niemand verbieten!

Was also, wenn es nicht sechs Millionen sondern zehn Millionen Juden waren, die vernichtet wurden? Kann man solch ein Verbrechen jemals wieder gut machen? Die Antwort darauf lautet klipp und klar: „Nein“! Genausowenig, wie man die Ausrottung der Indianer oder der Ureinwohner Australiens durch den weißen Herrenmenschen jemals wieder gut machen kann, genauso wenig kann man die industrielle Vernichtung von Juden durch da Nazi-Regime jemals wieder gut machen! Man kann aber auch die Massaker an Muslimen während der Inquisition in Spanien nicht wieder „gut“ machen.

Aber genau so, wie die damaligen Mörder auf der iberischen Halbinsel für die dortigen Massaker verantwortlich sind, genau so sind die damaligen Cowboys für die Massaker an so genannten Indianern und die weißen Einwanderer in Australien für der Ausrottung der Aborigines verantwortlich!

Könnte man heute die Spanier dafür verantwortlich zeichnen, dass ihre Urahnen einstmals so viele Muslime massakriert haben, oder gar alle Europäer oder alle Christen? Viele heute lebende Spanier dürften Nachkomme so mancher der damaligen Mörder sein! Und wollte man die heutigen US-Amerikaner allesamt bestrafen für die Verbrechen, die ihre Vorfahren (zumindest der Meisten von Ihnen) an den Ureinwohnern durch „Siedler“ begangen haben?

Und genausowenig sind heutige Deutsche verantwortlich für die Massaker Hitlers und seiner Schergen, ob es der Welt passt oder nicht! Es gibt keine Erbschuld! Und kein halbwegs gerechtes juristisches System der Welt überträgt eine Strafe des Vaters nach seinem Ableben auf den Sohn. Sippenhaft gibt es nur in Unrechtsregimen!

Nazi-Deutschland hat Unrecht begangen, nicht nur gegen Juden, aber in erheblichen Maß gegen sie! In unserer Betrachtung geht es immerhin um die unvorstellbare Zahl von sechs oder zehn Millionen vernichteter Juden!

Wenn also Nazi-Deutschland sechs Millionen Juden vernichtet hat oder sogar zehn, dann sind die damaligen Deutschen dafür verantwortlich, ihnen ein Stück Land zu geben, das dieses Unrecht teilweise kompensieren oder zumindest sühnen kann.

Es gibt da aber eine uralte Regel, die heute noch in zivilisierten Gesellschaften gültig ist. Man kann nur das verschenken, was einem selbst gehört! Kein Volk der Erde, kein Land, kein Staat, nicht einmal die UNO haben das Rech, etwas zu verschenken, was ihnen nicht gehört!

Palästina gehört seinen eigenen Einwohnern! Das waren Juden, Christen, vor allem Muslime und auch Andersgläubige, es waren Palästinenser gemäß heutigem Sprachgebrauch, oder Araber, wie sie damals hießen, unter ihnen auch jüdische Araber! Niemand in der Welt hat ein Recht dazu, jenes Land zu enteignen, um es anderen zu schenken, sei das Verbrechen des Schenkenden noch so unvorstellbar, und das Leid des Beschenkten noch so groß! Es spielt keine Rolle, ob Deutschland sechs Millionen Juden vergast hat oder zehn Millionen, Palästina gehörte ihnen nicht! Es gehörte auch nicht den Briten oder den anderen Ländern, die in der zu diesem Zweck geschaffenen UNO mitgestimmt haben. Sie hatten kein Recht dazu!

Und genau hier liegt das Problem und an keiner anderen Stelle! Der Holocaust war gerade zu Ende, da hat die westliche Welt ein neues Unrecht aufgebaut, das bis heute anhält, ein imperialistisches Staatsgründungsprojekt, das bis heute nicht abgeschlossen ist und das bis heute als Ursache und Symbol für sehr viel Leid in dieser Welt steht!

Die Wahrheit ist so klar und so unerschütterlich, dass sie unbesiegbar ist! Und wenn ein iranischer Präsident seinen Finger in diese offenen Wunde westlicher Imperialpolitik legt, dann wehren sich alle Vertreter des Unrechts zusammen mit der Gewalt und Macht von Waffendrohungen, Embargos uns sonstigen Unschönheiten! Die Ursache für den Konflikt liegt aber in der westlichen Welt, nicht im Iran!

Niemand erbt das Unrecht seines Vaters. Aber niemand hat das Recht das unrechtmäßig erworbene Diebesgut seines Vaters zu behalten. Gibt er es zurück, dann ist und bleibt er unschuldig. Behält er es aber und besteht zudem darauf, es zu behalten, dann wird auch er zum Dieb und somit zum Verbrecher.

So ist die Situation im heutigen Israel! Israel ist gestohlenes Land. Es ist derart grausam gestohlenen, dass nicht einmal der ursprüngliche Name des gestohlenen Landes, nämlich „Palästina“ genannt werden darf. Es heißt nur noch „Palästinensergebiete“. Und so lange dieser Diebstahl aufrecht erhalten wird, so lange dieses Unrecht mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln brutalst unterstützt wird, so lange wird es kein Frieden in der Region geben, für niemanden, weder für Muslime, noch für Christen Juden oder Andersgläubige!

Auch deutsche Politiker, die heute das Existenzrecht Israel in seiner heutigen Form als „Judenstaat“ wortlaut garantieren, sind weder Schuld an den Verbrechen der Nazis, noch an der unrechtmäßigen Staatsgründung Israels. Aber wenn sie sich heute auf die Seite des Unrechts stellen, wenn sie heute den Raubmord rechtfertigen und die gewaltsame Rechtfertigung von Diebesgut mittragen, dann werden sie Mitschuld, völlig unabhängig von der Zahl jüdischer Opfer in der Nazizeit!

Heute ist im Mittleren Osten ein System im Iran entstanden, dessen Repräsentanten etwas seit Jahrhunderten unvorstellbares in der Weltpolitik verlangen: Ein Minimum an Gerechtigkeit. Der Staatspräsident jenes Staates hat das Unrecht Israels angeprangert, dass jeder, der Augen hat, erkennen kann! Der Imam im Iran hat schon vor mehreren Jahren, noch lange bevor der Name Ahmadinejad im Westen bekannt war, mehrfach Vorschläge unterbreitet, wie das Unrecht Israels überwunden werden kann.

Wenn die westliche Welt glaubt mit noch so vielen finanziellen Mitteln, mit noch so hohen Mauern, mit noch so viel Unterstützung des Unrechts, Israel verteidigen zu können, dann haben sie absolut NICHTS aus den sechs oder zehn Millionen Juden gelernt, die grausam vernichtet wurden. Kein Unrechtsregime der Welt hat ewig gewährt, und viele von ihnen waren noch viel mächtiger, als die USA und Israel sich heute zusammen einschätzen!

Wer aber von Auschwitz lernen will, der muss gegen das Unrecht ankämpfen, unabhängig davon, ob es in Deutschland erfolgt oder in Palästina! Wenn sich ein Deutscher ernsthaft und aufrichtig von Auschwitz distanzieren will (obwohl er selbst gar nichts dafür kann), dann muss er gegen das Unrecht in Form von Israel mit erlaubten Mitteln angehen! Stellt er sich auf die Seite von Israel, dann steht er nicht auf der Seite von Juden sondern auf der Seite des Unrechts, dass den Namen des Judentums missbraucht!

Nichts weiter hat Ahmadinejad versucht zu sagen! Nichts weiter wollte er, als das Nachdenken über dieses zum Himmel schreiende Unrecht. Er hat es provozierend formuliert, aber er hat niemanden gedroht! Dass schon immer sowohl die Wahrheit als auch die Übermittler der Wahrheit mit allen mitteln bekämpft wurden, entspricht der Vorstellung Kains, der glaubte, etwas besseres zu sein und Abel deshalb tötete. Er war es aber nicht und ist es auch heute nicht. Und seine Unterstützung für das Unrecht ist der beste Beweis dafür! Er kann Kain töten, aber nicht die Wahrheit sein eigenes Unrecht!

In Palästina werden erst dann Juden, Christen und Muslime in Frieden miteinender leben, wenn es keinen Judenstaat, keinen Christenstaat und keinen Muslimenstaat gibt sondern einen Staat der einheimischen Menschen mit gleichberechtigten Bürgern! Warum das so schwer zu verstehen ist in der westlichen Welt ist der eigentliche Skandal in der ganzen Affäre!






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Detlef


Verfasst am: 01. Januar 2006 12:52:30 Titel: Re: Und wenn es 10 Millionen Juden waren?

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>Und wenn es 10 Millionen Juden waren?

Das ist garnicht so abwegig. Im US-Film "Exodus" (über die Entstehung vom israelischen Staatsgebilde) erzählt eine junge Holocaustüberlebende die Geschichte vom König von Dänemark:

Die Deutschen hätten ein Gesetz erzwungen, dass jeder der von Juden abstamme den Davidstern deutlich sichtbar auf seiner Kleidung über dem Herzen tragen müsse. Zur Verkündung trug der König diesen Stern und ihm folgte die ganze dänische Nation.

Tatsächlich gelang es Dänemark von ca. 9.000 Juden über 7.000 nach Schweden zur Flucht zu verhelfen und die meisten anderen zu verstecken, so dass weniger als 500 Juden abtransportiert wurden. Dänemark bestand selbst dann noch darauf, diese Juden zu vertreten und deren Wohlbefinden vom IRK überwachen zu lassen, so dass keiner von ihnen in einem Vernichtungslager landete und über 2/3 überlebten. Eichmann sagte später aus, dass ihm die paar dänischen Juden mehr Probleme bereiteten, als alle polnischen Juden zusammen.

Die Geschichte vom König mit dem Judenstern bleibt zwar unbelegt, da dieser Stern nie in Dänemark eingeführt wurde. Aber dahinter stecken größere Wahrheiten, dass alle Christen eine jüdische Herkunft haben und dass sich nur Dänemark für die Juden wirklich einsetzte. So gesehen, waren es mindestens 10 Millionen Juden, die von den Nazis umgebracht wurden - und die ganze Welt sah zu.

Heute werden die Palästinenser (ebenfalls jüdischer Abstammung) vernichtet und wieder schaut die ganze Welt zu, ohne dies zu stoppen.

Salam



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Inge


Verfasst am: 01. Januar 2006 13:09:46 Titel: Re: Und wenn es 10 Millionen Juden waren?

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>> und der Stern wird durch eine elektronische Fußfessel ersetzt?

NIX aus der Geschichte gelernt?

Keiner?

Am 12.1.1952 ließ der Rabbiner Emanuel Rabinovich verlauten:

"Unser Ziel seit 3000 Jahren ist endlich in Reichweite
gerückt. Unsere Rasse wird ihren berechtigten Platz in der Welt einnehmen.
Jeder Jude ein König, jeder Christ ein Sklave. Wir weckten anti-deutsche Gefühle in Amerika, welche zum II. Weltkrieg
führten. Unser Endziel ist die Entfachung des III. Weltkrieges. Dieser Krieg wird unseren Kampf gegen die Goyim für
alle Zeiten beenden. Dann wird unsere Rasse unangefochten die Welt beherrschen."

("Verdammter Antisemitismus",
Harold Cecil Robinson, S. 121).