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Geschichte

 
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Mein Engel!

Schucky200790, 06. August 2008
Das erste Mal sahen wir uns in der Stadt. Früh morgens um 8 in der Bäckerei.
Wir kamen zur gleichen Zeit hinein und du ließt mir den Vortritt. Ich bestellte 10 Brötchen und griff in meine Tasche, doch meine Geldbörse, sie war nicht da.
Ich schlug mir die Hände vor den Kopf und sah in Gedanken, wie das Portmonee seelenruhig
Auf dem Tisch lag. Ich hatte vergessen es einzustecken. Es war mir so peinlich. Ich sagte der Kassiererin, dass ich später kommen würde und dann die Brötchen bezahlen und abholen würde. Da drängtest Du dich in den Vordergrund und hielst ihr das Geld hin für meine Brötchen. Ich wollte nicht, dass du dies für mich machst doch du hattest schon bezahlt. Ich sagte Dir, dass du das Geld zurück bekämst. Doch du sagtest nur, deine Handynummer und ein Date würden mir mit Dir reichen. Ich wurde rot und doch bejahte ich. Ich gab dir meine Handynummer und wir verabredeten uns um 18 Uhr im Extrablatt.
Beim hinaus gehen, aus der Bäckerei drehte ich mich noch mal um und beäugte Dich einmal von oben bis unten. Mir war es vorher gar nicht aufgefallen, aber du sahst gut aus. Einen schlanken aber doch muskulösen Oberkörper, gepflegte Haare. In dem Moment sahst Du mir in die Augen und lächeltest mich an. Solch wunderschöne Augen hatte ich noch nie gesehen.
Grün aber sehr grell. Und dein Lächeln, so ehrlich und unschuldig.
Ich drehte mich um und ging nach Hause. Du gingst mir den ganzen Tag nicht aus dem Kopf.
Gegen 17 Uhr fing ich an mich fertig zu machen. Ich zog eine Jeans an und darauf ein lila Top. Ich hatte es noch nie an, denn es war gerade neu. Es passte wie angegossen. Dazu trug ich flache schwarze Schuhe.
Ich ging zum Extrablatt und da standst du schon. In einer hellen Jeans, mit weißen Schuhen und einem lila Pulli. Ich ging dir entgegen und du hattest wieder dein wunderschönes lächeln auf den Lippen.
Du meintest, dass wir doch eigentlich nicht ausgemacht hatten, dass wir beide in den gleichen Farben ankommen. Wir fingen beide an zu lachen und du hieltst mir die Tür auf und gingest hinein. Wir setzten uns in eine kleine Ecke mit einem Tisch für zwei. Du erzähltest mir, was du beruflich machtest und einfach viel über Dich und ich hörte dir gespannt zu.
Wir aßen und tranken und als der Kellner kam und wir bezahlen wollten holte ich mein Portmonee heraus, doch du warst schneller und bezahltest die komplette Rechnung.
Ich wollte protestieren, doch du nahmst einfach meine Hand, stecktest deine Finger zwischen meine, als wäre es eine Selbstverständlichkeit und gingen hinaus in die dunkele Nacht.
Wir gingen durch die dunklen Straßen und sprachen kein Wort miteinander. Gingen einfach immer weiter, Hand in Hand, Straße für Straße weiter.
Du fragtest mich, ob er mir sein Lieblings Platz zeigen dürfte, dafür müssten wir aber ein paar Km mit dem Auto fahren. Ich wurde unsicher und er merkte es. Er bot mir an, dass wir mit meinem Auto fahren. Ich weiß nicht wieso, aber ich bejahte. Wir gingen zu meinem Auto und fuhren los. Die Fahrt ging 20 min. In dieser Zeit sprachen wir kaum ein Wort miteinander. Wir lauschten nur der Musik. Es lief „You are so beautiful to me“- und wir fingen beide gleichzeitig an mit zu summen. Irgendwann sangen wir beide lauthals mit und du legtest deine Hand auf meine, als hättest du nie was anderes gemacht und als hätte ich nichts anderes erwartet. Du lotstest mich in irgendeinen Wald und sagtest irgendwann Stopp. Ich hielt an und machte den Motor aus. Er holte eine Taschenlampe aus seiner Tasche. Nun komm schon, sagte er beruhigend. Wenn ich ein Serienkiller und Vergewaltiger wäre, hätte ich schon genug Gelegenheiten gehabt, dir etwas anzutun. Irgendwie schreckte es mich ab aber ich vertraute ihm. Ich stieg aus, schloss das Auto ab und ging Dir hinterher. Wieder umschlossen sich unsere Hände und wir gingen. Ich genoss die Luft, die Atmosphäre. Irgendwann kamen wir an eine Lichtung. Es war wunderschön. Um die Lichtung waren Bäume die vom Mond beschienen wurden, unten floss ein Fluss. Das plätschern klang wie Musik in meinen Ohren. Ich konnte gar nichts sagen vor erstaunen und ich glaubte, dass brauchte ich in diesem Moment auf nicht. Wir gingen in die Mitte der Lichtung. Er holte deine Decke aus seiner Tasche und breitete sie vorsichtig aus. Ich ließ mich auf die Decke fallen und lehnte mich mit meinem Rücken an ihn. Er war so warm und roch so schön. Seine Arme umschlungen meine Taille und hielten mich fest. Und er sagte „Endlich habe ich Dich gefunden“, und ich wusste genau was er damit meinte. Und so schliefen wir ein. Mitten auf dieser Lichtung, irgendwo im nirgendwo.
Morgens wachten wir auf –der Blick von Bäumen und Gras nahm ich war. Ich öffnete die Augen und sag mich um. Ich lag verschlungen mit dir auf einer Decke im Wald.
Ich hatte nicht geträumt. Es war alles wahr. Ich legte meinen Kopf auf deine Brust und lauschte deinem Atem. Dein Arm hob sich und du legtest ihn auf meinen Rücken. In dem Moment, drehtest du mich auf den rücken und du lagst auf mir. Wir schauten uns tief in die Augen. Es kam mir wie eine Ewigkeit vor und deine Lippen nährten sich meinen. Doch wir ließen die Augen offen. Langsam fingen unsere Lippen an sich zu berühren.
Ich weiß nicht, wie lange wir in dieser Haltung lagen. Doch für mich war es wie in einem Traum. Wir bekamen beide Hunger und beschlossen zu mir zu fahren und etwas zu Frühstücken. Du holtest Brötchen, während ich den Tisch deckte. Wir Frühstückten fast den halben Tag und landeten dann gegen Abend auf dem Sofa, fest umschlungen.
Und du sagtest, „Wenn ich so eine Nacht immer bekomme, wenn ich für Dich die Brötchen bezahle, dann möchte ich dass du meine Frau wirst.“
Und ich fragte Dich, ob du dies ernst meintest und du nicktest nur mit dem Kopf.
Und da konnte ich mich nicht mehr zurück halten. Ich küsste Dich wild und voller Begierde.
Doch du hieltest mich zurück und fragtest nur, willst du das wirklich?
Meine Antwort bekamst Du, in dem ich mein Oberteil auszog. Und auch dich überkam in dem Moment die Lust. Wir schliefen miteinander und immer wieder überkam uns zu neuem die Lust. Mitten in der Nacht, während ich Nackt neben Dir lag und noch nach Luft rang, sagte ich „Was ist passiert?“ und du sagtest nur „ Ich habe meine Liebe gefunden.“
Und schon wieder überkam uns die Lust. Gegen Mittag gingst du in die Stadt und meintest, du müsstest noch was erledigen. Ich vermisste Dich schon in dem Moment, als du aus der Tür gingst.
Ich saß die ganze Zeit am Fenster und wartete darauf, dass du wieder um die Ecke kommst und ich dich wider in die Arme schließen konnte.
Und du kamst. Du kamst zurück zu mir in meine Arme und hieltest mir einen Ring hin.
Ich verstand nicht. Du nahmst meinen Finger und stecktest mir diesen wunderschönen Ring an meinen linken Ringfinger. Und ich verstand Dich, ohne dass du auch nur ein Wort sagen musstest. Und ich küsste Dich. Ich weiß nicht wie lange dies ging. Doch es war der schönste von allen.
Schon in der darauffolgenden Woche, kündigtest du deine Wohnung und zogst zu mir. Wir machten unseren Hochzeitstag-Termin aus. Wir wollten in einem kleinen Kreise heiraten nur mit Familie und den engsten Freunden, am 10.07.2007
Alle waren erst sehr geschockt, als sie die Einladungen bekamen und doch freuten sie sich für uns. Ich war mir noch nie so sicher. Ich wollte ihn, mit Haut und Haare- mit Herz und Seele.
Unsere Hochzeit stand- doch dann 2 Tage vor dem großen Tag brachst du zusammen.
Ich bekam einen Anruf und fuhr direkt ins Krankenhaus. Der Arzt sagte mir, mein Verlobte hätte einen Schlaganfall gehabt. Doch ich verstand nicht, wie man einen Schlaganfall mit 20 bekommen kann. Er lag im Koma und ich wachte jede Nacht, jeden Tag an seinem Bett und dann kam die Diagnose Hirntot. Und ich wusste, was dies zu bedeuten hatte. Denn mein Vater hatte genau das gleiche. Ich ging aus dem Zimmer, ging aus dem Krankenhaus raus und brach zusammen. Ich schrie, ich weinte und ich weinte. Bis meine Tränen versiegten.
Und dann setzte die Vernunft ein. Ich sagte mir, was hätte er gewollt und genau in dem Moment, wo ich mir diese Frage stellte, wusste ich die Antwort.
Wir ließen die Geräte abschalten und ich wachte an seinem Bett. Ich legte meinen Kopf auf seine Brust und weinte ich weinte und weinte. Stunden lang doch sagte ich nichts.
Der Arzt kam herein und schaltete das EKG ab.
Todestag war der 10.07.2007- unser Hochzeitstag!



In Gedenken an meinen Freund, Verlobten, Mann, Partner und Geliebten!

Ich werde Dich immer lieben denn du zeigtest mir das Leben und wie man richtig erlebt und genießt!
Ich danke Dir für alles und vermisse Dich, doch lebe ich weiter. Ich lebe unser leben weiter- für uns- für dich und mich!
Wir werden uns irgendwann wiedersehen. Doch muss ich erst unser Leben leben.
Ich liebe Dich mein Engel!

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