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Trennung auf ewig?

sHadZziieh <3, 12. August 2008
Die Blumen, sie dufteten so lieblich. So wie du. Ich schaute den azurblauen Himmel an und verfolgte die wenigen Wolken. Ich erkannte etwas in ihnen. Da, ein Schaf! Schon wieder weg. Ein leichter Wind wehte um mich herum, ließ die Pflanzen nach seinem vorgegebenen Rhythmus tanzen – auch meine Haare stimmten mit ein. Es waren schöne Bewegungen, anmutig. Die Blätter flogen durch die Luft, getragen von einem Windstrom. Sie geleiteten über den Menschen hinweg, so wie die vereinzelten Wolken am wunderschönen Himmel.
„Noch immer so verträumt, wie damals in der Schule“, sprach mich ein junger Erwachsener an, dessen Stimme eine wohltuende Wärme inne hielt.
„Da bist du ja endlich“, sprach ich freundlich und freute mich, ihn bei mir zu haben.
Er setzte sich neben mich und schaute zu mir runter. Er hatte Recht, ich hatte mich nicht verändert, seit wir die Schule hinter uns gebracht hatten. Der gleiche verträumte Junge, wie damals. Ich liebte es nun mal einfach nur dazuliegen und mir die Gegend anzuschauen. In eine eigene Welt einzutauchen, die Probleme zu vergessen und mich fallen zu lassen.
Ich wusste, dass es immer jemanden gab, der mich auffangen würde. Der hinter mir stand und mir Halt gab. Egal, wo er war, in Gedanken blieb er immer an meiner Seite.
„Wir haben uns nun über ein Jahr lang nicht mehr gesehen, aber mir kommt es gar nicht so vor. Immer dachte ich, dass du direkt neben mir standest, lagst. Stets an meiner Seite.“ Mein Blick wandte sich ihm zu und er stimmte mir mit einem Nicken und seinem hinreißenden Lächeln zu.
„Lass mich noch einmal das Gefühl empfinden, das wir damals hatten, als wir zusammen waren“, sprach ich leise, fast flüsternd, zu ihm.
Verwundert blickte er auf mich herab und ich bemerkte erst jetzt, was ich gesagt hatte. Seit dem er wegreisen wollte, fühlte ich mich schon so einsam und doch wusste ich, dass in meinem Herzen immer ein Platz für ihn sein würde. Ob getrennt oder nicht, das spielte keine Rolle mehr für mich, denn mein Körper und meine Seele fühlten sich immer noch von ihm angezogen.
„Bist du dir sicher, dass du das willst? Wir haben uns so lange nicht mehr gesehen und jetzt willst du da weiter machen, wo wir aufgehört haben. Ist das nicht ein wenig egoistisch? Denkst du nicht auch, dass es besser wäre, wenn wir es bei dem belassen, wie es die letzten Jahre war?“, fragte er mich skeptisch und schaute nun selbst in den Himmel und versuchte meinem Blick auszuweichen.
„Es war nicht meine Absicht da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben. Allerdings würde ich gerne nur ein einziges Mal noch deine Wärme an mir spüren und nicht nur davon träumen“, erklärte ich ihm und erhoffte mir, dass er mich nicht noch einmal abwies.
„Es hat doch keinen Sinn“, murmelte er vor sich her und sein Blick wurde zunehmend trauriger.
„Vielleicht hast du Recht und es ist wirklich besser, wenn wir die Vergangenheit ruhen lassen und nicht mehr davon reden. Immerhin leben wir im Jetzt und sollten die Geschichte da lassen, wo sie hingehört.“ Ein Stich in meinem Herzen. Ich hätte es wissen müssen, dass es soweit kam. Gefühle reichten nicht immer aus um eine Beziehung zu festigen. Es war viel passiert in der Zwischenzeit, ich wusste es, fühlte es tief in meinem Herzen. Keine Ahnung, was ihm widerfahren war, aber es musste dazu geführt haben, dass er mich so abwies. Seine Gefühle verschloss und meine abblitzen ließ.
Ein Neuanfang kam für ihn wohl nicht mehr in Frage. Einfach noch mal beginnen, mit einer einfachen Begrüßung und dem Vorstellen. Sich erneut verlieben. Ein einfacher Neuanfang. Ob es wohl an den Gefühlen lag, dass es nicht klappte?
„Ich wünschte nur, dass unsere Liebe eine zweite Chance bekommt, aber dazu gehören wohl immer zwei Personen“, versuchte ich mit gleich bleibender Stimmstärke zu sagen. Versuchte meine innere Wut und Trauer nicht frei zu lassen, sie zu begraben – tief in meinem Unterbewusstsein. Einzuschließen und nicht mehr daraus entkommen zu lassen.
Langsam stand ich auf, spürte, wie der Wind mir entgegen wehte und meinem Körper in seine Umarmung einfing. Noch einmal blickte ich zu ihm zurück und schaute auf sein Gesicht. Eine Träne. Ja, da war es – das Zeichen dafür, dass er mich auch noch liebte, aber ob es uns half?
Wunden im Herzen hinterlassen Narben, die immer wieder aufplatzen konnten, ob das hier auch zutraf.
Liebst du mich eigentlich noch?

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