Gedichte2000.de - Die Gedichte-Homepage

Geschichte

 
Zurück Zur Übersicht Weiter

Warum?

sHadZziieh <3, 12. August 2008
Morgens kurz nach acht habt ihr meinem Traum grausam kalt gemacht.
Hier steh ich ganz allein,
ich hab euch nichts getan
und fühl mich doch so schwach
und klein – allein.

Jeden Tag ging ich mit demselben Gefühl zur Schule und musste immer wieder feststellen, wie unbeliebt ich doch war. Egal, was ich machte oder dachte, es wurde immer zerstört. Träume, Wünsche oder meine Persönlichkeit. Ich war immer stumm und leise, weil ich nicht wollte, dass ihr auch noch meine Worte zerstören würdet. Es war euch egal, wie ich mich fühlte, ihr habt mich klein gemacht, mir meine Freunde genommen und meine Seele geschwächt.

Die, die immer bei mir warn' drehn sich einfach um.
Warum?
Und die die für mich wichtig warn',
glotzen nur noch stumm.
Warum?

Niemand stand bei mir und half mir. Ich war immer alleine, egal was ich tat. Ich konnte nur dastehen und zuschauen, wie ihr mich fertig gemacht habt. Jede Wehr war sinnlos, da ihr auch diese zerstört hattet. Es gab niemanden, der mir wichtig war, alle hatten sich von mir gewendet und mich nur noch angeschaut, als sei ich unbekannt für sie. Sie übersahen mich und ignorierten die Probleme, die ich hatte.

Warum schweigt ihr?
Sie gehen auf mich los.

Ich fragte mich immer, warum ihr nichts gesagt hattet. Aus Angst? Oder steckte dahinter etwa tiefer Hass, der in euch loderte, warum auch immer. Ich hatte euch nie einen Grund gegeben, mich zu hassen. Trotzdem lasst ihr mich alleine gegen diese Meute kämpfen?

Warum zeigt ihr auf mich?
Was soll das bloß?
Warum?

Immer wieder stellte ich mir die Frage, warum ihr mit das antut, aber egal, wie viel ich nachdachte, ich bekam keine Antwort auf meine Frage. Es war für mich ein Rätsel, warum ihr mir so wehgetan hattet. Immer und immer wieder hörte ich die Stimme in meinem Kopf, die mir das Wort ‚Warum’ zuflüsterte.

Wollt ihr mich nicht sehn,
wie ich wirklich bin.
Ich kann euch nicht verstehn.

Ich hatte euch nichts getan. Ich hab euch nie angebaggert oder belästigt. Eure Begründung war immer, dass ich anders sei als ihr, aber das stimmte doch gar nicht. Ich trug Eine Hose und einen Pulli – machte mich das anders als euch? Nein! Ich benahm mich, wie ihr und trotzdem sagt ihr mir ständig, ich sei anders und sollte verschwinden. Ich verstand einfach nicht, was ihr so an mir gehasst habt.

Ich - Ich stehe hier vor euch
und seh euch ins Gesicht.
Das bin ich!

Es änderte nichts. Ich konnte mich drehen und wenden und ihr habt mich immer noch gleich behandelt. Kein Wunder der Welt konnte das ändern. Ich war für immer der Außenseiter dieser Klasse. Dennoch stellte ich mich gegen euch und zeigte euch, wer ich bin.

Ich - Ich bleibe wer ich bin
und klein kriegt ihr mich nicht
niemals!

Niemand würde mich ändern – nicht einmal der Tod. Ich bin wer ich bin, sagte Popeye in seiner Sendung immer. Diesen Spruch hatte ich mir immer nahe gelegt, da ich nun mal so war, wie ich fühlte. Ihr habt es nie verstanden und werdet es wohl auch nie verstehen. Eure Anschuldigungen und euer Hass machten mich schwach, klein und sorgten für Einsamkeit in meinem Herzen, aber dennoch stellte ich mich gegen alles und ließ mich nicht klein kriegen von euren dummen, hohlen Sprüchen.

Warum schweigt ihr?
Sie gehen auf mich los.
Warum zeigt ihr auf mich?
Was soll das bloß?

Die Tage verstrichen, sowie die Monate, aber es änderte sich nichts. Immer wieder versuchte ich mich aus eurer Klemme zu befreien, doch es war hilflos, denn immer wieder gingen sie auf mich los. Niemand half mir, kein Schüler oder Lehrer. Ich stand alleine in der Schule. Niemand, der mir helfen konnte. Keine Freunde, keine Eltern – einfach niemand …

Warum?
Wollt ihr mich nicht sehn,
wie ich wirklich bin .
Ich kann euch nicht versteh'n.

Begleitet von der ständigen Angst ein Messer in den Rücken gerammt zu bekommen, fragte ich mich ständig, was so falsch an mir war. Es war nichts falsches, was ich tat oder fühlte. Es war menschlich und wird es auch immer sein. Ihr würdet es immer als unmenschlich ansehen, aber dabei wisst ihr doch, dass es passieren konnte. Gott hatte es nicht gewollt, aber dennoch passierte es und niemand hinderte es daran – nicht einmal der eine Gott, der es nicht wollte.


Warum seid ihr so?
Lasst mich alleine stehn,
trotzdem werde ich meinen weg so weiter gehen.
Hier bin ich, seht her, ich bin bereit.

Selbst in den letzten Tagen, an denen ich in der Schule war, habt ihr mich fertig gemacht und alleine gelassen. Niemand beglückwünschte mich für meinen Schulabschluss – einfach niemand. Ihr wart alle in einer kleinen Gruppe versammelt. Tuschelnd, glücklich und lachen, aber wo war ich? Ich stand alleine in einer Ecke und beglückwünschte mich selbst. Ein Funken Hoffnung ging mir durch den Körper, als ich mich daran erinnerte, dass ich sie nicht mehr sehen musste. Es war vorbei, dennoch verstand ich es nicht und hoffte inständig, dass ich in meinem weiteren Leben andere Menschen treffen würde. Es war nie leicht dasselbe Geschlecht zu lieben, aber dennoch lebte ich dieses Leben. Ich grub aus mir meine tiefsten Wünsche und musste lächeln. Mir kam ein Satz in den Sinn, den ich schon früher hätte sagen sollen …

Ihr geht mir doch total am Arsch vorbei!

Kommentare

 
Es wurde noch kein Kommentar geschrieben