Geschichte![]()
Ich sitze auf einem Stuhl, der einen wunderschönen Bezug hat und sich damit perfekt einfügt. Vor zwei Monaten habe ich ihn gekauft um unsere Wohnungseinrichtung zu vollenden. Ich habe mir dabei so viel Mühe gegeben und bin mir nicht sicher, ob er davon überhaupt irgendetwas wahrgenommen hat. Wahrscheinlich sollte es mir egal sein. Wahrscheinlich sollte ich nun auch nicht weitere zwei Stunden auf ihn warten. Wahrscheinlich sollte ich den alten Koffer aus dem Keller holen und alles darin verstauen, was mir lieb ist. Aber ich bleibe weiter auf dem Stuhl sitzen und höre dem Ticken der Uhr zu. Mein Gefühl sagt mir, dass das Ticken immer aggressiver wird und mich aus der Wohnung treiben möchte. Zwei weitere Stunden vergehen und ich bewege mich keinen Millimeter. Meine Gedanken kreisen sich nur um den Engel, der für mich eher einen Teufel darstellt. Ich werde durch das Öffnen der Garage aus meinem Gedanken gerissen. Was wird er mir heute erzählen? Hat er wieder Überstunden gemacht? Wurde er wieder durch seinen Kollegen aufgehalten? Oder ist heute der Tag, an dem er sich eine neue Ausrede ausgedacht hat? Er schließt die Türe auf. Dieses Geräusch ist mir so bekannt und vertraut. Er hat ein Lächeln auf den Lippen und erzählt mir, dass er für zwei Wochen nach Berlin muss – eine Geschäftsreise, sagt er. Dabei schaut er mich nicht an sondern geht in das Schlafzimmer und zieht seine beste Kleidung aus dem Schrank. Ich sitze immer noch auf meinem Stuhl und nehme das Telefonbuch zur Hand. S wie Schlüsseldienst. Er ist mittlerweile im Bad .Ich wähle die Nummer und es dauert eine Weile bis ich am anderen Ende einen Stimme höre, mit der ich für den nächsten Tag einen Termin vereinbare. Kommentare![]()
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